Dienstag, 10. März 2009

Ständiges Lernen

Dieses Lernen so nebenbei, ohne das man das eigentlich wollte, das fasziniert mich immer wieder am meisten. Da strenge ich mich als Lehrer so an, damit ich hoffentlich die richtigen Arrangements schaffe, in denen meine Schüler lernen können. Und mir selber bleibt am besten in Erinnerung, was nebenher so erfolgt. Ungeplant, also informell lernen, das bringt mehr als geplantes, also formelles Lernen. Bis zu 90% unseres Wissens sollen wir schließlich informell erwerben (je nach Quelle auch weniger ;)). Warum gehen wir dann noch zur Schule? Weil die Schule eine Ordnung in das zu Lernende bringt. Den Lehrplan.
Bleibt die Frage, in wie weit der Lehrplan eigentlich das wiedergibt, was die Schüler im Leben brauchen. Meist geben sie das wieder, was in den Prüfungen gefragt werden soll. Vermutlich haben sich viele schlaue Köpfe „damals“ mal nach bestem Wissen ausgedacht, was Schüler wissen müssten, danach sind Lehrpläne entwickelt worden, die wiederum zu Prüfungssituationen und -fragen führten. Danach aber sind dann die Lehrpläne scheinbar oft anhand der vorhandenen Fragen verfeinert worden, so dass das Lernziel immer mehr dazu verkommt, möglichst gut die Prüfungen zu schaffen.
Wie ändern sich denn nun Lehrpläne. Manchmal durch informelles Lernen. Da sagt ein Einzelner in einer Reihe von Fachleuten während einer Besprechung, dass die Azubis nicht mehr ordentlich zeichnen können. Nicht einmal mehr Skizzen könnten sie vernünftig erstellen und Dokumentationen anfertigen schon gar nicht mehr. Keiner widerspricht, man will schließlich nach Hause… Folge ist aber, dass vermutlich ab nächstem Jahr wieder Fachzeichnen stärker in den Vordergrund gerückt wird. Ist schließlich eine Grundvoraussetzung für den Beruf und ist auch einfacher zu prüfen als die sogenannten Schlüsselqualifikationen. Wir lernen informell.
Ich habe heute auch viel gelernt, informell natürlich. Gesteuert hatte ich versucht die Mediator Software weiter zu vertiefen, denn ich will die endlich für Lehrzwecke einsetzen. Das macht aber nur Sinn, wenn ich weiß wie es geht und auch einige Kollegen am gleichen Strang mitziehen. Mir schwebt da so etwas wie ein über die Lehrzeit mit wachsendes CBT vor. Die Schüler erstellen ihre Fragen und Lösungen selber und schaffen sich damit ein Übungsmedium für die Abschlussprüfungen. Hausarbeiten sind dann nicht mehr für alle gleich, aber jeder profitiert vom Mitschüler. So ähnlich sollte es ja mit dem Wiki Versuch letztes Jahr auch laufen. Hatte leider nicht funktioniert.
Ich komme schon wieder vom Thema ab. Informell erfahren konnte ich heute, dass ich den Internet Explorer nicht auf Offline Betrieb einstellen sollte, nur um mal schnell was aus zu probieren. Danach funktionierte meine komplette Internet Anbindung auch für andere Programme nicht mehr. Das so ein kleines Häkchen sogar die Router Verbindung in meinem kleinen Home LAN kappt, hatte ich nicht geahnt. Die Sucherei nach dem Fehler heute bleibt mir dafür dauerhaft im Gedächtnis. Aber mit dem Offline Browsen, wie es früher mal ging, bin ich noch nicht weiter.
See you

Mittwoch, 4. März 2009

Heute endlich mal was privates erledigt

Wenn auch nicht übermäßig viel und eigentlich auch eher Tantchen betreffend. Aber der Pflegedienst und die Abstimmung mit den Pflegeversicherern ist auch nicht wirklich einfach. Welcher Pflegebedürftige steigt denn da noch durch? Mit Beratung in diesem Sektor könnte man bestimmt noch eine „Ich AG“ gründen. Aber das macht so wenig Spaß…
Und dann noch das halb private. Die Helgoland Tour nimmt Formen an. Es ist aber immer noch fraglich, ob wir genügend Zimmer gebucht bekommen. Immerhin haben wir schon ein Restaurant und auch die MediaBroadcast stellt einen Techniker zur Besichtigung der Funktechnik zur Verfügung. Alte Kontakte sind doch noch was Wert. Welches Rahmenprogramm ich den Kollegen noch bieten kann, muss ich mal sehen.
Auch die Mauerarbeiten gehen dem Ende entgegen. Nachdem heute der letzte Ziegel von der Palette verschwand fehlen mir nur noch 27, die ich morgen kaufen werde. Erste Putzarbeiten sind auch fertig und das Fenster ist drin. Als nächstes steht dann der Flur an. Verputzen, tapezieren, Fliesen legen und die Decke neu gestalten. Nebenbei schnell noch neue Leitungen verlegen. Das wird eine Aufgabe für den ganzen Frühling, wie ich annehme.
Heute kam dann auch der Elektriker, um die Maße für das neue BHKW auf zu nehmen, welches wir wohl dieses Jahr noch einbauen. Zumindest, wenn sich nicht eine bessere Idee finden lässt. Rein wirtschaftlich rechnet sich eine Erdwärmversorgung eigentlich besser. Aber wir haben keine Niedertemperatur Heizkörper, so dass Erdwärme im kalten Winter wohl nicht ausreichen wird. Aber rechnen kann man ja mal…
Und der Unterricht für Morgen? Na ja, die WiPo Stunde wird erneut verkürzt, so dass wir ein Spiel zur Vertiefung der letzten Stunde spielen werden. Über das Spiel soll zusätzliches Wissen vermittelt werden. Ist ein Experiment. Danach geht es dann 45 Minuten schnell durch die Wiederholung zur Wechselstromtechnik, damit wir danach im Fachraum Messungen mit dem Oszilloskop anstellen können. Die Arbeitsblätter kann ich morgen noch in der Schule kopieren. Geteilte Klasse in den letzten beiden Stunden ist ein Geschenk. Da hat man mal Zeit für einzelne Schüler. Außerdem können sie endlich an elektrischen Messgeräten arbeiten, was meist mehr Spaß macht als nur zu schreiben
Ärgern tue ich mich über den Unterricht morgen Früh, den dazu habe ich die Unterlagen (vermutlich) in der Schule gelassen. Das ist echt blöd mit diesem verteilten Arbeitsplatz. Immer wieder kommt es vor, dass Bücher oder Material gerade dort liegen, wo ich nicht bin. Ich plädiere für ein Lehrer Büro. Dann kann man da in Ruhe arbeiten und ist auch für Kollegen und Schüler vernünftig erreichbar. Vermutlich würde ich sogar deutlich weniger Zeit mit Schularbeit verbringen, denn wie auch jetzt wieder sitze ich gerne stundenlang am Abend allein im Büro. Mal ist das ganz nett, aber andererseits nervt das auch oft.
Letztes zum privat-beruflichen: Meine Uni, Flensburg, wurde gerade in der Presse verrissen. So wie dort über die Lehrerausbildung in Flensburg berichtet wurde, dürfte kaum noch ein Schulleiter einen Lehrer aus Schleswig Holstein beschäftigen wollen. Ich bin gespannt auf die nächsten Berichte.
Ach ja, ich bin jetzt offiziell als Prüfer bei der IHK benannt. Toll, Ansehen, Ehre und viel Geld stehen daraus nicht an, aber andererseits ist es auch lustig, das Geschehen und die Entwicklungen der immer mehr zentralisierten Prüfungen zu beobachten. Bin gespannt, wie viel Arbeit das mit sich bringen wird.
See you

Sonntag, 1. März 2009

Planänderung

Wie so oft im Beruf, so ändern sich auch Privat mal Pläne. Gestern noch fehlten mir Stunden der Vorbereitungszeit, weil ich zusätzlichen Unterricht zu planen habe. Spät abends sagten dann leider die Freunde ab, die uns heute besuchen wollten. Sie sind erkrankt und da macht Eislaufen nicht wirklich Freude. Kim ist trotzdem sehr früh aufgewacht, wie immer am Samstag und fragte gleich, ob wir nicht schon aufstehen müssen, weil sie sich auf den Besuch freut. Schade.
Dafür haben wir schon etwas gespielt, gut gefrühstückt und ich hatte eine Stunde Zeit, den Unterricht über die Gleichstromantriebe für morgen fertig zu erstellen. Die Ausdrucke liegen hier und ich muss nur noch hoffen, dass der Farbdrucker morgen in der Schule funktioniert.
Sogar eine Idee für die nächste Politik Stunde ist schon fertig. Wir werden dort jetzt die Parteien in Deutschland Thematisieren. Zuerst: Warum gibt es überhaupt Parteien? Mir fehlt nur noch eine Schüleraktivität dazu. Textauszüge sind dafür recht einfach aus GG und ParteienG zu finden.
Jetzt wollte ich eigentlich den Rechner ausschalten und mit Bea und Kim zur Eisbahn, da erreicht mich die Meldung, dass Kim nicht mehr hin will. Ich schätze, sie will lieber bei Oma Fernsehen. Aber ich will aufs Eis. Also erstmal tschüss Rechner, Ich bin ja bald wieder hier.
Schließlich müssen heute noch einige private Dinge erledigt werden und auch zwei Präsentationen für die nächsten Ausbildergesprächskreise stehen noch aus. Wenn die heute erledigt werden können, bin ich glücklich.
Und, wenn das Wetter gut wird, dann könnte ich auch den Rest der Mauer schaffen :)
See you

Samstag, 28. Februar 2009

Viel Zeit am Schreibtisch

Wenn ich auch gestern und heute viel Zeit an meinem Schreibtisch verbracht habe, so steht das Unterrichtsprogramm für Montag noch nicht komplett. Das liegt aber eher daran, dass ich nicht konsequent daran gearbeitet habe. Ich lege im Moment viel mehr Wert darauf, komplexere Unterrichtszusammenhänge zu schaffen, als einzelne Stunden fertig zu planen. Planung hat eh immer was von Selbstbetrug. Meist läuft es doch anders und danach ändert man die Planung wieder, in der Hoffnung, dass es nächstes Mal besser passt. Das ist mir aber auch nur selten so ergangen. Ja, immerhin kann man schon mal ähnliche Themen wiederholt unterrichten. Meist entwerfe ich das dann aber neu.
Für Montag ½ Stunde bin ich allerdings ganz gut vorbereitet. Schließlich besucht vielleicht mein Schulleiter die Stunde. Da ich die Schüler noch nicht mit Namen kenne, werde ich wohl Morgen noch etwas daran tun. Digitalfotos sei Dank, sonst würde ich die derzeit zu bedienenden 120 Schüler immer namentlich mischen. Manche sehe ich bloß alle vier Wochen einmal wöchentlich, das schafft keine direkte Verbindung zu den Personen.
Interessant war es heute, sich ein Konzept auszuarbeiten, wie ich mal eine Stunde zum NPD Verbotsversuch gestalten kann. Vorbereitend müssen allerdings erst einmal Parteien zum Thema gemacht werden. Das ist schon recht komplex, aber einige Entwürfe sind jetzt auf der Festplatte. Weitere werden folgen. Und diese Vorgehensweise bereitet Themen nicht nur (bedingt) komplett auf, sie führt auch zu den nächsten Bereichen. Ich will schließlich was zur Bedeutung von Europa im Zusammenhang mit der EP Wahl im Juni machen. Das wird dann auch Thema meiner zweiten (und letzten) Hausarbeit werden.
Auch die Elektrotechnik wird entsprechend den Lernfeldern jetzt immer kompletter vorbereitet. Ich bin das Suchen nach den jeweils nächsten Bruchstücken allmählich Leid. Die Lernfelde komplett durch zu planen macht nach bisherigem Kenntnisstand keinen Sinn, aber einzelne Teile, ausgewählte Aspekte über einen begrenzten Zeitraum zu „planen“ kann beruhigen. Außerdem kann ich so für die Kollegen und mich endlich eine Sammlung schaffen. Diese Sammlung von Inhalten, Vorschlägen zu Methoden und Versuchen sowie fertigen Arbeitsblättern kann zu Zeiteinsparungen führen. Einen Traum habe ich, der vielleicht realisierbar wird: Wenn mehrere Lehrer ein Lernfeld gemeinsam unterrichten, dann haben die Schüler ein konkretes Thema zur Zeit. Sie lernen effektiver und wir können eine gemeinsame Struktur einfacher abarbeiten. Viele „blöde“ Abstimmungen im „Türrahmen“ während der kurzen Pausen können dann entfallen. Es ist dann auch niemand mehr genervt, weil versehentlich ein Thema des Kollegen bearbeitet wurde ;)
Für das Lernfeld 8 habe ich jetzt schon 28 Stunden kreiert. Fast fertig, na ja beinahe. Das ist schon ein guter Anteil an den geplanten 60 Stunden laut Lehrplan. Inhaltlich fehlt allerdings auch noch einiges und die Übungsstunden sind auch noch zu beachten. Montag fange ich dann an, diesen Plan um zu setzen. Mal schaun.
See you

Freitag, 20. Februar 2009

Arbeit, die mehr Spaß macht

Heute werde ich mich einigen Dingen widmen, die weniger mit Verpflichtungen für Schule und Ausbildung zu tun haben. Sie sind davon aber nicht völlig frei. Gleich gönne ich mir eine Stunde, um die Mediator Software kennen zu lernen. Damit ich meinen Kollegen auch mal einen ersten Eindruck und einige Schülerprojekte dazu vorstellen kann. Dann werde ich noch die Jugendherberge auf Helgoland kontaktieren, um einen Ausflug mit Kollegen zu planen. Etwas für Tantchen in Hamburg klären und dann raus auf die Baustelle. Die Wand mit der Eingangstür muss endlich fertig werden. Und heute ist es frostfrei, was die Arbeit deutlich einfacher werden lässt. Nachmittags werde ich dann körperlich fertig sein und vielleicht mit der Familie ins Kino gehen. Kim ist ein Hexe Lili Fan und der Film hatte gestern Premiere.
Morgen geht es dann weiter mit der Unterrichtsvorbereitung für Montag und Donnerstag, wenn auch eigentlich alles so weit vorbereitet ist (gedanklich), dass man diese Tage auch so überstehen könnte. Aber der Anspruch an mich ist höher.
Ach ja, meine Schüler waren gestern sehr überrascht, dass ich im Prüfungsausschuss ihrer ersten Prüfung Mitglied bin. Ich war überrascht, das sie das schon erfahren hatten.
Und letztes für heute. Der erste wirkliche Unterricht unter Anleitung im technischen Bereich hat sogar eine kurze Reflexionsphase gehabt. Mein ALK ist zwar noch nicht so glücklich, abe ich fand die Stunde recht gut. Wir sind sehr verschieden. Dafür hatte ich gestern in einer anderen Klasse sein Thema von letzter Woche Wiederholt und konnte nicht behaupten, dass die Schüler alles Wichtige auch konnten. So ist das halt, unterschiedliche Methoden erreichen verschiedene Schüler. Mal ist es leicht für den Lehrer, mal für die Schüler, mal für keinen.
See you

Dienstag, 17. Februar 2009

wer will Chef sein?

"Wenn man ganz bewusst acht Stunden täglich arbeitet, kann man es dazu bringen, Chef zu werden und vierzehn Stunden täglich zu arbeiten."
von Robert Frost laut http://zitate.net
Robert Frost, 26.03.1874 - 29.01.1963
US-amerik. Dichter und 4-maliger Pulitzerpreisträger.
Was wollen wir also im Leben? Ein Kollege sagte es neulich ganz deutlich: "wer sich auf den Posten eines Abteilungsleiters in der Schule bewirbt muss nicht ganz dicht sein". Wegen geringfügig mehr Geld doppelt so viel zu arbeiten lohnt nicht. Wenn man aber typische Lehrer sieht, so arbeiten die auch schon mehr. Na ja, viele zu mindest.
Ich habe mich heute gefreut, dass ein bestelltes Fachbuch zum Thema Hausgeräte angekommen ist. Nun bin ich froh, nicht gleich einen Klassensatz bestellt zu haben, denn es taugt meiner Ansicht nach nicht viel. Schauen wir mal, was die Kollegen meinen.
Auch freue ich mich, heute die Software Mediator erhalten zu haben. Nun werde ich kurzfristig eine Schulung für meine Kollegen erstellen (müssen), damit wir auch mit möglichst vielen Schülern damit arbeiten können. Das wird Zeit kosten, aber vermutlich auch Spaß machen.
Ich werde vermutlich eine Aufgabe für unser nächstes IQSH Seminar damit erledigen, denn da sollen wir Lernstationen aufbauen, um Unterrichtsstrukturen zu erklären. Warum keine Lernstation als kleines CBT gestalten. Ich hoffe das klappt noch, in den nächsten 14 Tagen.
Ach ja Lernstationen. Gestern lief das nicht wirklich gut. Mit 30 Schülern in einem einzigen Raum Kleinstgruppenarbeit (zu dritt) zu organisieren ist schon schwer genug, sie dann auch noch davon zu überzeugen, nach jeder Station die Plätze zu tauschen ging gar nicht mehr. Der Erfolg (Misserfolg) war, dass die Schüler sich von jedem Tisch das vollständige Material holten (Chaos) und versuchten an ihrem festen Arbeitsplatz alles zu bearbeiten. Ich hatte keinerlei Kontrolle, wer was gerade erledigt. Lerne daraus: Material an den Stationen fest platzieren und nicht in Schülerzahl kopiert vorhalten. Nur die Aufgaben- oder Lösungsblätter dürfen genug vorhanden sein. Schade, diese Schüler haben sich die Aufgabe nun sehr schwer gemacht. Ich bin auf die Ergebnispräsentationen nächsten Montag gespannt.
see you

PS
auch schön:"Toleranz ist das unbehagliche Gefühl, der andere könnte am Ende doch recht haben."
Robert Frost

Montag, 9. Februar 2009

Lernstationen taugen was

Nachdem ich nun mit zwei unterschiedlichen Klassen im Lernfeldunterrich der Elektrotechnik die Methode Lernstationen getestet habe komme ich zu dem Schluss, es taugt was. Die Vorbereitungszeit hält sich in vernünftigen Grenzen, wenn man nicht zu viele verschiedenen Medien einsetzen will. Auch ist die Fragestellung bei den Aufgaben nicht gar zu kritisch, da man als Lehrer bei der Bearbeitung in der Klasse genügend Zeit hat, Einzelfragen zu klären. Dies gilt zumindest in den getesteten Konstellationen, bei denen maximal 16 Schüler anwesend waren. Mit mehr Schülern tritt sonst auch ein Raumproblem auf. Wie hatte mir eine geschätzte Seminarleiterin mal gesagt: „ Alle Schüler bleiben im gleichen Raum, damit die Schaffenskraft gebündelt bleibt“ (oder so ähnlich). Das finde ich gut, wenn auch oft eng. Sobald die Schüler verteilt sind, geht oft der Arbeitswille herunter. Der Lehrer schaut ja nicht mehr zu. So sind sie halt ;) , so waren wir auch (und sind es noch?).
Zwei unterschiedliche Ansätze der Lernstationen habe ich gewählt. Die eine Klasse hat geübt, mit bekannten Herausforderungen um zu gehen. Sie haben sich Formeln umgestellt, Begriffe nochmals anhand von Literatur erarbeitet, Messreihen aufgenommen und Schaltungen berechnet. Als besondere Herausforderung sollten Sie versuchen die erfassten Werte mit einem Tabellenkalkulationsprogramm zu erfassen und grafisch darzustellen. Die angesetzten 80 Minuten Netto Bearbeitungszeit für sechs Stationen mit vier Arbeitsgruppen war sehr knapp. Die Zeitnehmer nehmen ihre Aufgabe noch nicht ernst genug. Auch war die eine Messung zeitlich aufwändiger als von mir gedacht. Unzufriedenheit gab es sicher mit der fehlenden „Kontrolle“ der Ergebnisse. Diese folgt aus organisatorischen Gründen erst sehr spät (nach zwei Wochen). Das ist nicht gut.
Die andere Klasse hat sich Neues erarbeitet, indem sie vorrangig von den Erfahrungen der Kollegen profitiert haben. Die mitgelieferten Materialien in Form von Geräte Beschreibungen und Stromlaufplänen wurden kaum genutzt. Hier machte es aber richtig Spaß mit einer inhomogenen Gruppe zu arbeiten. Die Azubis des dritten Lehrjahres kommen aus so vielen verschiedenen Betrieben, dass fast jeder seine speziellen Erfahrungen einbringen konnte. Das Ziel der auf 180 Minuten (über zwei Wochen) verteilten sieben Lernstationen für fünf Gruppen war, auf ein Projekt für den Rest des Halbjahres vor zu bereiten. Ich denke, das ist gelungen. Der heutige Projektstart zeigt dies auch deutlich. „Leider“ sind die Schüler erst in fünf Wochen erneut in der Schule. Hoffentlich sind sie dann noch genau so motiviert bei der Sache.
See you

Sonntag, 8. Februar 2009

Schlechte Laune

Man kann so Vieles falsch machen, man kann so Vieles falsch sehen oder ungewiss reflektieren. Vorurteile sind nur sehr schwer zu überwinden.
Wenn ich Schüler unterrichte, die mit dem Vorurteil in die Unterrichtsstunde kommen, dass sie bei mir nichts lernen werden, dass die Stunde langweilig wird oder ähnliches, dann wird sich dies auch erfüllen. Wie diese Urteile entstehen, ist mir schon klar, denn es gab einzelne Stunden, in denen das sicher so war. Nur, wie komme ich aus diesem Dilemma heraus? Mittlerweile habe ich selber ja auch schon Vorurteile, die ich sehr schwer überwinden kann. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich mich selber blockiere, weil ich die negativen Reaktionen einzelner Schüler auf einzelne Unterrichtsmethoden oder Inhalte schon erwarte. Ich gehe mit schlechter Laune in diese Stunden. Das schafft zusätzlich kein gutes Klima.
Ich finde es schade, dass ich mich gerade in diesen problematischeren Situationen in meiner Methodenauswahl einschränken lasse. Gerade hier sollte ich den Mut haben, weiter neue Wege zu beschreiten.
Der Versuch, Lernstationen im Fachunterricht einzusetzen hat mir gezeigt, dass diese Organisation durchaus zu konzentriertem Arbeiten in kleinen Gruppen führt. Leider weiß ich noch nicht, wie erfolgreich dabei gelernt wurde. In zwei Klassen führe ich diese Unterrichtsmethode gerade ein. Montag erhoffe ich mir das erste Feedback in Form der Ergebnispräsentationen. Denn eine Schwäche haben die Lernstationen beim Fachunterricht aus meiner Sicht. Um genügend Tiefe und Vielfalt in die Themen zu bringen dauern die einzelnen Bearbeitungen recht lang. Durch viele Schüler wird die Zahl der notwendigen Stationen groß. Folglich schafft man den Durchgang aller Arbeiten nicht in 90 Minuten und kommt zur ungünstigen Bearbeitung über zwei Wochen hinweg. Mal sehen, ob die Ergebnisse trotzdem noch als erfolgreich bewertet werden können. Mir ist bewusst, dass diese Arbeitszeit bis zur schülergeeigneten Erfolgssicherung sehr (zu) lang ist. Ich hoffe, sie verlieren nicht die Motivation bis zur Präsentation Ihrer Ergebnisse.
Wir werden sehen.
Ach ja, was mir einfällt, um mich in Teilen besser zu fühlen ist, dass ich mir selber klarer werden muss, wie ich bewerten will. Zum Beispiel werde ich Montag den Schülern einen Bogen verteilen, aus dem die Projektanforderungen ihres diesjährigen fachlichen Projektes noch einmal deutlicher hervor gehen. Nur mündliche Absprachen helfen da nicht weiter. Das habe ich an anderer Stelle gerade wieder erfahren. Ein gemeinsamer Terminplan ist nichts Wert, auch wenn er vor drei Wochen vereinbart, in Schülerhefte geschrieben und im elektronischen Klassenkalender eingetragen ist. Wenn der Lehrer nicht wöchentlich ansagt, was in der folgenden Woche anliegt, dann sind viele Schüler sehr unzufrieden. Bleibt die Frage: ist das Erziehung zum Selbstmanagement? Aber ist es die Unzufriedenheit Wert?
see you

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