Pädagogik

Donnerstag, 15. Januar 2009

Auf dem Weg zum Pädagogen

Pädagnostizieren, ein Begriff, den ich gestern kennen lernen durfte. Was mir an diesem Seminar so gut gefiel, lässt sich gar nicht exakt beschreiben. Unter Pädagogischen Aspekten Diagnostizieren ist gemeint. In der Schule ist dies nicht nur die Beurteilung von Leistungen, auch die Umstände unter denen Leistung erbracht wird (oder nicht) ist gemeint.
Vermutlich war das Seminar auch deswegen so gut, weil es zeitlich für mich gut gepasst hat. Morgen geht es zur Transaktionsanalyse für Lehrer. Wenn ich dieses Seminar eher besucht hätte, wäre der heutige Tag sicher anders gelaufen.
Ein für mich als überzeugten Lehrer (in Ausbildung) ist es besonders wichtig, das die Schüler auch was wichtiges lernen. Das ist nicht immer nur der Lehrplaninhalt. Gerade in der beruflichen Bildung sehe ich die Handlungskompetenz als ein wichtiges Ziel. Diese Kompetenz über Handlungsorientierten Unterricht zu erreichen, das ist schwer. Wenn die Methode zu weit weg ist von den Erfahrungen der Schüler aus bisherigem Unterricht, dann klappt das schlecht. Dazu muss die Methode erst gelernt werden. Ist klar, aber unbefriedigend.
Wie geht ein Lehrer mit Problemen der Akzeptanz des eigenen Unterrichts um? Kann man das ignorieren? Ich höre dann immer wieder, dass die Schüler das einfach nicht begreifen und gerade diese Klasse sehr schwierig sei.
Das kann ich nicht. Und so musste heute eine Klärung erfolgen. Professionell hätte ich das im bisherigen Berufsleben über einen externen Moderator leiten lassen. Diese Konstellation konnte und wollte ich hier nicht herstellen. Ich musste also als Betroffener selber die Moderation übernehmen. Zum Glück waren die Schüler an einer gemeinsamen Lösung interessiert und haben sich aktiv am Ablauf beteiligt und zur Erarbeitung der Lösungsvorschläge viel Mühe gegeben.
Am Ende der vier härtesten Stunden meiner kurzen lehrerberuflichen Erfahrungen, haben wir konkrete gemeinsame Schritte vereinbart. Wir werden diese Schritte konsequent beobachten. Ich werde die Ergebnisse den Schülern immer wieder transparent machen.
Was mich überraschte und freute war, dass viele der eingesetzten Lehrmethoden durchaus weiterhin gewollt sind. Auch, dass die Schüler mehr Kontrolle und Strenge fordern war zunächst überraschend. Selbst das Online Medium Lo-Net2 schnitt deutlich besser in der Bewertung der Schüler ab, als ich erwarten konnte.
Die Schüler wollen lernen, die Art darf sich nur nicht so sehr von ihren bisherigen Methoden unterscheiden. Der Aufwand darf nicht zu groß sein.
Was schade ist, finde ich, ist die Tatsache, dass sie sich gut beteiligt fühlen, wenn ich lehrerzentriert arbeite. Wenn 90 Minuten an die Tafel geschrieben wird und dabei mal 5 Minuten Fragen durch Schüler beantwortet werden, dann fühlen sie sich wohl. Das widerspricht deutlich meinem Eindruck von effektivem Lernen.
Neben dieser Gedankensammlung läuft auf 3Sat der Themenabend zu Darwinismus, Sozialdarwinismus, Rassismus. Teilweise sehr interessant und gerade richtig zur Vertiefung meiner Kenntnisse für den laufenden WiPo Unterricht zum Rechtsextremismus. Ein weiteres spannendes Thema.
Morgen also Transaktionsanalyse.
See you

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Mindmapping wiederentdeckt

Gestern habe ich nach langer Zeit mal wieder das Mindmapping Programm von softonic verwendet.
Es war eher ein Zufall, denn ich hatte vor kurzem das professionelle matchware Produkt Openmind vorgestellt bekommen. Es hatte mich schon begeistert, wie einfach scheinbar die erstellten Mindmaps in Word, Powerpoint, Mediator oder Html Seiten übersetzt werden können. Und gestern auf dem Sofa sitzend, aufgrund einer fiebrigen Erkältung mal nicht im Büro, hatte ich keinen Schreibblock zur Hand. Meine Ideen zur Unterrichtsplanung wollte ich aber festhalten. Ich öffnete also freemind und fing einfach mal an. Es funktionierte besser als ich es in Erinnerung hatte. Die Gedanken konnten schnell und übersichtlich sortiert dargestellt werden, so dass schnell eine brauchbare Unterrichtsstruktur erkennbar wurde. Es ist schon erstaunlich, wie viele Ideen dadurch vernetzt sichtbar werden.
Bislang mochte ich Mindmapping nicht besonders, das lag aber wohl daran, dass ich es meist auf Papier oder Tafel versucht habe. Die nachträgliche Sortierung der erfassten Gedanken ist dann sehr schwierig. Die Software macht das ganz einfach.
Wenn ich also schon so weit war, dann konnte ich auch gleich mit der Software experimentieren. Und ich war überrascht, dass auch diese kostenfreie Software Exporte der Mindmaps zulässt. Es lassen sich verschiedene Bilddateien erzeugen, pdf Dokumente erstellen und interaktive Internet Seiten erzeugen. Auch der Export in ein OpenOffice Dokument soll möglich sein. Die Ergebnisse sind faszinierend.
Noch schöner ist die Übersichtlichkeit des eigentlichen Mindmaps durch das Aufteilen in einzelne Dokumente, die untereinander vernetzt sind. All dies funktioniert tatsächlich ohne einen Blick in das Handbuch zu werfen. Ich bin begeistert.
Jetzt aber genug der Werbung. Ich werde zukünftig die Kreativmethode Mindmap wieder aktiver auch mit den Schülern behandeln. Neben Kawas und ABC Listen (siehe Vera F. Birkenbihl) sind das schön einfache Methoden, die Schüler schnell einsetzen können.
Ein weiteres Programm möchte ich einsetzen. Es ist auch von matchware und heißt Mediator. Auch hier hat mich die Präsentation begeistert und ich habe die Testversion geladen. Es ist eine vertrauensbildende Verkaufsstrategie, eine lauffähige Testversion zu verbreiten.
Die ersten Versuche sind etwas enttäuschend, denn die Erstellung von Präsentationen gestaltet sich aufwändiger als mit Powerpoint. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich an das microsoft Produkt schon länger gewöhnt habe. Immerhin konnte eine erste Präsentation gestern erfolgreich erstellt werden. Gleich fange ich eine Weitere an. Was mich besonders interessiert ist, dass jede Präsentation als lauffähiges Programm gespeichert werden kann. Das Verteilen von Präsentationen auf Datenträgern an Freunde oder Schüler bedingt also nicht, dass ein Programm installiert wird. Außerdem sollen sich interaktive Lernprogramme erstellen lassen. Das ist für die Schule dann besonders interessant. Hier könnten die Schüler ihre Prüfungsvorbereitung dadurch effektiv gestalten, indem sie sie ein CBT dazu erstellen. Mal sehen, ob die das mit machen.
See you

Freitag, 18. Juli 2008

Lernen ist Verhaltensänderung

Und Das ist schwer, denn damit stoße ich leicht an Grenzen, die meine Persönlichkeit in Frage stellen.
Reflektion ist wichtig, um zu erkennen, wie ich auf andere wirke. Interessant dabei ist, dass mein Selbstbild oft vom Fremdbild abweicht. Und das ist gerade deshalb interessant, weil ich dieses Phänomen oft bei anderen Menschen beobachte und anspreche. Mich selber sah ich meist nicht so. Ich dachte bisher, ich könne meine Wirkung durchaus real einschätzen. Was ist real?
Vielleicht geht es manchmal auch nur um verschiedene Bewertung von Begriffen. Beispiel: Ich soll lockerer werden im Unterricht, aber auch gleichzeitig strenger. Für mich ist das ein Widerspruch, den ich noch nicht aufklären kann. Bislang hatte ich auch eher den Eindruck, zu locker zu sein.
Interessant ist ja auch, wenn ich mir Feedback so durchlese oder das mündliche Feedback durch den Kopf gehen lasse, dass immer einzelne Aussagen besonders hängen bleiben. Eine Aussage davon ist, dass das Wort Feedback bei meinen Schülern schon negativ besetzt ist. Ich wende diese Reflexion scheinbar zu häufig an. Bei näherem nachdenken dazu fällt schon auf, dass sie sich gegenseitig, ihrer Arbeitsgruppe und mir immer wieder die Wirkung auf die eigene Person darstellen sollen. Zu häufig angewendet wird das lästig, so hilfreich es auch sein mag, sich Gedanken über Außenwirkungen zu machen. Und einige der Schüler sollten dringen etwas an ihrer Außenwirkung ändern um im Berufsleben erfolgreicher sein zu können.
Zurück zu den Veränderungen. Ich bin scheinbar wieder an dem Punkt angekommen, den ich vor drei Monaten schon einmal zu ändern versuchte. Ich sollte mehr auf die Schülererwartungen Rücksicht nehmen. Scheinbar überfordere ich sie mit meiner Art der Forderung von Selbständigkeit. Sie rufen förmlich nach Kontrolle, Regeln, sogar Bestrafung, damit sie effektiv an den Themen der Ausbildung arbeiten. Freiwillig erfolgt nicht sehr viel. Schade.
Einen Wunsch kann ich jedoch nicht erfüllen. Ich werde weiterhin nicht an die Tafel schreiben, was genau so in der nächsten Klassenarbeit gefragt wird. Dann wäre ich beim Faktenlernen angekommen und würde mein Ziel des selbständig handelnden Schülers aufgeben. Ein Zugeständnis in dieser Richtung war ja schon die Entscheidung, dass Aufgaben der Hausaufgaben in sehr ähnlicher Form auch in der Klassenarbeit abgefragt wurden. Schade für jeden, der sich nicht mit seinen Hausaufgaben beschäftigt hat.
Noch bin ich nicht so weit, dass ich mir das Lehrer-Leben einfacher mache, indem ich den Schülern das Leben einfacher mache. Aber Ihnen einen effektiveren Unterricht zu geben, das werde ich weiter anstreben. Ich muss mich verändern.
Interessant für mich: Die Schüler fordern mehr selbständiges Arbeiten im Unterricht und ich dachte bisher, dass ich dies auch fordere. So gehen die Meinungen auseinander. Ich glaube aber zu wissen, was die Schüler meinen. Getreu dem Grundsatz „vom Leichten zum Schweren“ ist Lernen angenehmer. Ich dachte bislang, dass größere Herausforderungen mehr Freude bereiten. Scheinbar aber verbreiten große Herausforderungen erstmal mehr Stress und Frust. OK, das habe ich verstanden. Jetzt muss ich es nur noch umsetzen können. Die Planung für das kommende Jahr läuft ja gerade an.
See you

Sonntag, 6. Juli 2008

Schülermeinung zum Terror

Schade, dass wir nicht mehr Zeit haben, um das Thema Terrorismus weiter zu behandeln. In der nächsten WiPo Klasse werde ich dieses Thema eher angehen und mich nicht so lange mit klassischen Demokratie Themen aufhalten. Gerade habe ich die letzte Hausarbeit zu dem Thema: „Was kann die Politik gegen die Terrorbedrohung machen?“ gelesen. Es ist erschreckend, wie naiv und radikal die Vorschläge zur Erhöhung der Sicherheitslage in Deutschland sind. Hier muss die Schule mehr Aufklärung leisten und gezielt gegen Boulevardblätter und Kinofilme argumentieren können. Folgende Probleme sehen die Schüler:
 Terror ist immer religiös und zwar aus Richtung Islam kommend
 Grenzen müssen kontrolliert werden um Verdächtige draußen zu halten
 Überwachung weiter Lebensbereich durch Kameras, bewaffnetes Sicherheitspersonal und Abhören von Telefonen wird gewollt
 Verdächtige seien einfach zu erkennen
 Terror geht immer von Ausländern aus
 Ausländische Jugendliche müssen stärker überwacht und härter bestraft werden
 Strafen müssten nur verstärkt werden, bis hin zu Hinrichtungen
 …. Und in diesem Stil geht es weiter

Ich denke, hier haben wir WiPo Lehrer eine besondere Herausforderung, aufklärend tätig zu werden. Nur vereinzelt lassen sich in dieser Klasse Schüler finden, die etwas weiter denken und auch die Widersprüche entdecken
 Wie kann Kontrolle aussehen?
 Wer ist den verdächtig?
 Gibt es auch Terroristen, die nicht aus dem Ausland kommen?

Ich habe aber niemanden gefunden, der sich mit den Ursachen beschäftigt. Frei nach amerikanischem Actionfilm wird nur der Schutz vor einer konkreten Gefahr behandelt, indem der „Gute“ den „Bösen“ erkennt und aufhält. Das Problem, die Entstehung und die Wiederholung wird nicht beachtet.
Schade, aber ein wichtiges Thema für das nächste Schuljahr. Ich werde mal sehen, wo das in die Lehrpläne meiner neuen Berufsfachschulklassen hineinpassen kann. Wenn ich nächstes Jahr um diese Zeit wieder darüber nachdenke, dann hoffe ich auf tiefgreifendere Diskussionen der Schüler zum Terrorthema.
See you

Donnerstag, 29. Mai 2008

Schülerverhalten erklären?

Ich habe ja mal behauptet, dass ich noch immer in der Lage bin, wie ein Schüler zu denken. Nach einem Unterrichtstag, mit genügend Zeit zum Abschalten, gelingt das dann auch wieder. Während des Unterrichts gelingt das aber immer weniger. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich stillschweigend erwarte, dass die Schüler versuchen die Lehrer zu verstehen. Und das ist sicher meist falsch, wenn auch verständlich.
Also muss ich mein Handeln wieder mehr auf das zu erwartende „typische“ Schülerverhalten ausrichten. Damit werde ich zwar nicht jedem gerecht, denn einige behaupten sich im Verhalten gegen die Masse, aber so ist das nun mal mit Verallgemeinerungen.
Beispiel: Wenn ich mit einer Schülergruppe im Nebenraum arbeite und wir eine gute Projektbesprechung haben, fühlen sich einige durch den Lärm aus der Klasse gestört. Sind sie selber wieder in der Klasse, so werden sie selber wieder zu den Lautesten. Unlogisch aber scheinbar normal.
Andere nutzen die Gelegenheit, sich auch mal für neue Themen zu begeistern und übernehmen Sonderaufgaben. Sie vergessen aber dabei, dass auch die allgemeinen Aufgaben weiterhin zu erledigen sind.
Interessant auch immer wieder der Typus, der nachfragt, was alle Anderen im normalen Unterricht mitbekommen haben. Auch wenn er/sie weiß, dass aufmerksameres Teilhaben am Unterricht diese Fragen vermeiden würden, kann er sich nicht konzentrieren.
Und dann noch die Gemeinheiten der Lehrer. Da werden doch tatsächlich Erkenntnisse aus Hausarbeiten in einer Klassenarbeit abgefragt. Was soll man denn schreiben, wenn man diese Hausarbeit nicht erledigt hat?
Ich weiß, das hört sich jetzt nach der typischen Klage an, die wir von so vielen Lehrern schon kennen. So möchte ich das hier aber nicht verstanden wissen. Ich beobachte Verhalten, um auf bestimmte Verhaltensmuster einwirken zu können. Manches dieser Muster kann ich vielleicht beeinflussen. Wenn die Schüler stetig mehr Selbstbewusstsein und Konzentrationsfähigkeit auf ihr Ziel erlangen, dann habe ich mein Ziel erreicht. Sollte mir das nicht gelingen, dann muss ich noch viel lernen.
Was meine Schüler von mir wollen, das ist mehr Kontrolle und mehr Konsequenz. Sie wissen, das sie das brauchen. Ich weiß, das ich das noch nicht ausreichend biete. Mal sehen, wie lange es dauert, mein eigenes Verhalten entsprechend zu ändern. Ich möchte jedoch nicht zu sehr der „typische Lehrer“ werden. Dann wäre ich mit mir nicht mehr zufrieden.
See you

Dienstag, 29. April 2008

Schüler lesen nicht

Keine Sorge, es kommt keine Klageschrift zum Thema Bücher und deren Werte. Ich lese selber nicht allzu viel und bin auch erst sehr spät ein Fan von Büchern geworden.
Was ich meine ist, dass viele Schüler ein Aufgabenblatt nicht lesen, bevor es beantwortet wird.
Das ist mir gerade heute wieder aufgefallen. Ich habe in einer Klasse des technischen Gymnasiums hospitiert (ist das nicht ein schönes Wort?) und da war es wieder.
Schüler: „Was sollen wir denn jetzt machen ?“ Lehrer: „Aufgabe Nr.6 auf dem Aufgabenblatt mit den 7 Aufgaben“ – so hätte er antworten können. Aber das wäre unfreundlich und demotivierend, also wurde freundlicher geantwortet.
In allen „meinen“ Klassen und in vielen beobachteten Unterrichtseinheiten habe ich dieses Verhalten immer wieder erlebt. Claus hatte letztens in seinem Unterricht den Materialkoffer für die Gruppenarbeit extra mit einer Warnung beschriftet. Das funktionierte, weil die Schüler dann erst lesen und danach öffnen und „entdecken“ durften.
Ich werde jetzt vermehrt auf dieses Verhalten eingehen und z.B. einige Antworten zu Fragen der Aufgaben weiter unten einfach anführen. Mal sehen, ob sich was ändert?
See you

Dienstag, 5. Februar 2008

Menschen

So unterschiedlich wir alle sind, so gleich sind doch viele Gedanken.
Da schreibt Frank so schön über Rechtstaatlichkeit und Staatsmacht. Er schimpft auf Berlusconi und Gesetzesänderungen. Ich bin geneigt zuzustimmen und denke kurz nach. Ist Italien nicht ein wundervoll demokratisches Land mit einem Starken Volk und nicht so starren Strukturen wie z.B. in Deutschland? Wenn dort eine Regierung nicht mehr die nötigen Mehrheiten hat, dann wird nicht auf Krampf versucht, so lange weiter zu regieren wie die Wahlperiode dauert. Unzufrieden ?  ändern! Basta
Und das die Regierungsmehrheit Gesetze erlassen und ändern kann ist im Grunde auch deutlich besser als bei uns. Hier kann man ja nicht mal mit der Macht einer großen Koalition vernünftig schnell handeln. Es gibt da ja immer noch den Bundesrat als netten Vetospieler.
Trotzdem. Ich finde unser stabiles System wesentlich angenehmer. Und das nicht nur, weil es auch unanfälliger gegen organisierte Kriminalität zu sein scheint.
Andere Menschen verstehe ich aber auch manchmal nicht wirklich. Da gibt es welche, die Ihr Leben ändern wollen und könnten, sich aber nicht trauen. Man hat doch nur eines davon und die Zeit auf dieser Erde ist so schnell um.
Manche brechen scheinbar plötzlich ihre Kommunikation ab und man weiß schon nicht mehr, was los ist. Dafür starten Andere eine sehr angenehme Kommunikation und erscheinen dadurch als willkommener Ersatz der notwendigen Anteilnahme am eigenen Leben und Denken.
Die Welt ist kompliziert. Ich bin kompliziert. Je mehr Gedanken ich verarbeite, je weniger Zeit ich mir für einzelne Gedanken dazu einräume und je mehr Aufgaben ich für wichtig halte, desto schwieriger wird es, sich wohl zu fühlen.
Ich werde jetzt noch ein wenig lesen und auf lustige Weise mehr über die deutsche Sprache erfahren. Morgen in der Schule erfahre ich dann sicher auch wieder neues über die deutschen Sprache. Die Schüler bringen den Wandel des gesprochenen Wortes sehr authentisch rüber.
See you

Dienstag, 18. September 2007

Unterricht planen

Ich weiß immer noch nicht, wie ich eigentlich richtig planen soll. Wenn ich den Formalismus der exakten Planung laut meinen Praktikumsberichten heranziehe, dann brauche ich einen Tag für jede Doppelstunde. Wenn ich das nach Gefühl handschriftlich mache, dann brauchte ich gerade für zwei Doppelstunden eine Stunde Vorbereitung. Ich denke, irgendwo dazwischen wird der richtige Weg sein.
Ich bin mal wieder auf Freitag gespannt. Wie das wohl ankommt, was ich da aus meinem Büchlein herausgesucht habe. Vor allem frage ich mich, ob ich es schaffe, einen Inputreichen Stoff in der letzten Stunde noch interessant zu bringen. Ein schüleraktives Arbeiten will mir dazu einfach nicht einfallen. Das liegt sicher auch daran, dass ich nach den ersten beiden Tagen des Unterrichts noch nicht einschätzen kann, was die Schüler schon können.
Also, Versuchen und über viele Gespräche das Thema Elektrotechnische Systeme, Schaltbilder und elektrische Grundgrößen angehen.
Wann ich in PC Fachräume kann, und was ich dort vorfinde, dass muss ich jetzt dringend klären und in den Unterricht einbauen. Vielleicht versuche ich Freitag Nachmittag auch einige Freihandversuche im Fachraum. Der ist zwar nicht für 28 Schüler geeignet, aber wenn es auch didaktisch nicht so wertvoll ist, einen Versuchsaufbau nur zu zeigen, statt die Schüler das selber machen zu lassen, so kann ich ja wenigstens den Kreislauf der Schüler aktivieren, indem wir etwas Raumwandern.
See you

Donnerstag, 9. August 2007

Erlebnis und Pädagogik

Letzte Nacht war ein Erlebnis und vielleicht sogar etwas pädagogisches. Kim und ich haben im Garten gezeltet. Endlich kam ich mal früh zu Bett, na ja zu Zelt. Ich hätte sofort einschlafen können, nachdem das Einschlaf-Vorlesebuch beendet war, aber ich dachte mir, es ist besser, so lange wach zu bleiben bis Kim eingeschlafen ist. Das war nach wenigen Minuten der Fall, doch dann war ich munter und konnte mich nicht von den vielen Gedanken befreien, die sich aus verschiedensten Richtungen aufdrängten. Nach langer Zeit habe ich dann gelesen. Ein Buch, das mir Frank geschenkt hat. „Bauchentscheidungen“ von Gerd Gigerenzer. Als deutscher Student ist man etwas andere wissenschaftliche Literatur gewohnt, dafür lesen sich diese amerikanisch geschriebenen Abhandlungen sehr viel einfacher. Was mir bei meinen Semesterarbeiten oft angekreidet wurde ist auch hier verwirklicht. Es wird sehr häufig die Meinung des Autors dargestellt und manchmal nicht wirklich schlüssig belegt. Aber andererseits möchte ich glauben was da steht, denn ich treffe sehr viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus, fühle mich dann immer schuldig, weil ich zu wenig überlegt habe, komme aber meist mit dem eingeschlagenen Weg gut klar. Im letzten Leben, als ich noch Verkäufer war, habe ich das Bauchgefühl meiner Kunden statt der Fakten des Produktes im Fokus meiner Argumentationen gehabt. Und ich war nicht der Schlechteste.
Manchmal jedoch, gerade wenn es um alte oder besondere Autos geht, sollte ich mal mehr überlegen. Ich zahle so oft Lehrgeld, aber schlauer werde ich nicht. Da haben wir uns doch letzten Sommer ein neues altes Auto über e-bay gekauft. Darüber habe ich sicher schon einmal geschrieben. Das Auto entsprach nicht den Angaben des Verkäufers, eine Nachbesserung schlug fehl und die Rückabwicklung des Kaufs hat der Verkäufer durch kontinuierliches Ignorieren verhindert. Gerichtsverfahren, Kosten, Diskussionen mit Anwälten (Danke noch mal Stephan, Dein Kontakt ist gut) und Klage gewonnen. Doch das Geld kam nicht, also den Gerichtsvollzieher beauftragen und heute kam die Nachricht, dass der Verkäufer sich jedem Treffen mit dem Beamten entzogen hat, jetzt sollte er verhaftet werden um die Eidesstattliche Versicherung abzugeben. Das kam nicht zustande, denn diese Versicherung liegt schon seit einem Jahr vor. Also, kein Geld zu erwarten, das Auto rostet schon seit einem Jahr vor sich hin. Letzte Nacht (Zelt) habe ich mich entschlossen, das wir den Wagen jetzt wieder fahrbereit machen und dann nutzen. Der andere Doka (Flex) ist ja außer Gefecht gesetzt und wird als Teilespender dienen. Schade, aber mein Bauch sagt, weg mit dem Ärger, mehr Projekte zum Abschluss bringen und die offenen Baustellen reduzieren. Ob die Arbeitswut, die mich derzeit überkommt eine Flucht aus anderen Problemen ist, weiß ich nicht. Ich könnte es aber auch nicht konsequent leugnen. Immerhin schaffe ich es noch, täglich was für die Klausurvorbereitung zu tun. Heute kam das dicke, teure „Handbuch der Berufsbildung“ von Arnold und Lipsmeier. Davon hatte ich mir mehr versprochen. Viel Text, sehr kompliziert geschrieben und nur wenig brauchbares für meine Prüfung. Also lese ich Pätzold von 1995, dagegen ist Arnold aus 2006 schon richtig modern, wenn sich die Probleme des Handlungsorientierten Unterrichts auch kaum unterscheiden. Was mich besonders ärgert und wundert ist, dass es fast keine Untersuchungen (Forschungen) geben soll, die den pädagogischen Nutzen von handlungsorientiertem Unterricht evaluiert haben. Es wird einfach behauptet, das sei der richtige Weg der beruflichen Bildung (ich glaube das ja auch), aber keiner beweist es. Das ist ja fast wie beim Thema e-learning. Auch da gibt es zwar viel Forschung (über neue Programme, Netzwerke, Möglichkeiten, Projektabläufe), aber den didaktischen Mehrwert haben nur wenige untersucht.
Sollte ich mal forschen, könnte ich ja die Wirkung von e-learning Medien beim handlungsorientierten Unterricht zum Thema machen. Dann brauche ich eine Vergleichsgruppe Lehrerzentriert (findet sich sicher noch an jeder guten Schule), eine Gruppe, die handlungsorientiert aber ohne e-learning arbeitet (Jürgen?) und eine Gruppe, die e-learning Lehrerzentriert einbindet (wo finde ich die?).
Aber erstmal zurück zum Thema, denn ich glaube, aus dem Bauch heraus, es ist eine gute Idee, mit meinen neuen Schülern in den Wald zu gehen. Erlebnispädagogik zur Teambildung und Kommunikation. Mein heutiges Gespräch mit Sven hat Hoffnung gemacht, dass dies funktionieren wird. Dumm nur, dass wir schon Ende Oktober damit starten müssen, ich hätte das gerne im Dezember gemacht. Dann sind nämlich meine mündlichen Prüfungen auch gelaufen und ich habe den Kopf freier. Obwohl, … dann kommt ja auch bald der Nachwuchs und dafür muss ich noch einiges umbauen. Ja, die Bau(ch)stellen.
Vielen Dank für das Buch Frank und viel Erfolg beim Meistern der schweren Zeit, ich habe das auch gerade hinter mir.
See you

Montag, 30. Juli 2007

Unterricht planen

Kurt Singer hat viele Gedanken zusammengetragen, die sich um die Würde des Schülers ranken. Nur ein Zitat sei hier genannt „Als Eltern Interesse für das zeigen, was Kinder im Unterricht lernen, nicht nur für die Zensuren“, das ich sehr wichtig als Vater finde. Gerade die Diskussionen mit anderen Eltern unserer Gegend zeigt mir, wie wenig wir Eltern darauf achten, wie Schule sein sollte. Viele Eltern sagen sich immer noch, dass Schule so bleiben müsse wie sie ist. Aus ihnen sei ja schließlich auch was geworden.
Wer nachlesen möchte, dem Seien Singers Gedanken „singer-Leitgedanken (pdf, 174 KB)
Für die achtsame Beziehung zu Kindern und Jugendlichen in der Schule“ sehr empfohlen. Er verweist auch auf den „Lehrer Eid“, den Hartmut von Hentig entworfen hat und den ich mir sehr zu Herzen nehme. Wir Lehrer sind keine Übermenschen. Wenn wir versuchen, übersteigerte Wertvorstellungen von unserem Beruf und unseren Möglichkeiten zu realisieren, dann kommen wir schnell zu sogenanntem Burnout (Das echte, nicht das für die Frühpensionierung). Aber wir haben viel Verantwortung und dieser müssen wir gerecht werden.
Meine Ängste in Bezug auf den zu planenden Unterricht beziehen sich weniger auf die fachlichen Aspekte. Die bringe ich mir schon neben meiner Prüfungsvorbereitung bis Ende August bei. Aber ich bin mir unsicher, wie ich meine eigenen Anforderungen an den Beruf und die Entwicklungshilfe für meine Schüler realisieren kann. Empathie alleine kann nicht reichen, ich muss auch Lösungen anbieten können.
Gerade mit den Lösungen tue ich mich manchmal schwer. Freunde und auch nicht Freunde sprechen viel über ihre Probleme mit mir. Manchmal mache ich diese gedanklich zu meinen Problemen. Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass es die beschriebenen Situationen und Gefühle tatsächlich gibt. Seit ich weniger fernsehe, kommt die Realität immer näher an die alten Seifenopern (neudeutsch soaps) heran. Gerade (Urlaub) habe ich das Dritte Buch von Sten Nadolny „Netzkarte“ zu lesen angefangen. Es liest sich ähnlich gut wie die „Entdeckung der Langsamkeit“ und hat mehr erotischen Inhalt als das blöde Buch „ein Gott der Frechheit“. Mich stellt das Buch vor ein Rätsel. Ist es nun ein Tatsachenbericht oder eine Erotische Fantasiereise. Als Tatsachenbericht gelesen komme ich mir benachteiligt vor, denn ich war auch Jahrelang viel mit der Bahn unterwegs, aber da habe ich wohl einiges einfach übersehen. Oder der Protagonist hat wirklich eine besondere Ausstrahlung. Mal sehen, wie das Buch weitergeht, vielleicht lese ich nachher, nach meiner Prüfungsvorbereitung zum Thema Handlungsorientierung noch etwas weiter.
See you

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