Das neue alte Auto hat mich tatsächlich heil nach FL gebracht. Die Wohnung hat einen belebenden Effekt, so dass ich gleich noch etwas lernen kann. Morgen früh kommen Jürgen und Bernd zum „Galgenfrühstück“ vor ihrer Prüfung. Ich fahre mit hoch, besuche einige Leute und genieße die Mensa. Nachmittags wieder Petersen lernen und abends kochen wir mal wieder zusammen. Das wird bestimmt nett und wird es so wohl in Zukunft nicht mehr so häufig geben.
Dienstag und Mittwoch dann die Reste aufarbeiten, damit ich Donnerstag die Prüfung gut überstehen kann. Freitag schnell den Unterricht in der Schule durchführen. Ich werde das wieder gut machen, versprochen. Ab dem 23. gibt es didaktisch besser aufbereiteten und länger vorbereiteten Unterricht.
Der Dezember ist dann zuhause verplant. Renovierungen, Umbauten, Reparaturen, den Garten und die Autos für den Winter fertig machen.
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msa - 11. Nov, 22:47
Ich merke es, meine Frau merkt es und meine Freunde merken es. Der Stress ist derzeit zu viel für meine Gesundheit. Oder Meine Gesundheit erlaubt nicht so viel Stress. Das scheint derzeit ein Teufelskreis zu sein. Ich sehne den 19. November herbei, denn danach habe ich kein schlechtes Gewissen mehr, auch mal über was anderes zu grübeln, als über die anstehenden Prüfungen.
Der Unterricht gestern war meiner Meinung nach gut. Die Klasse hat sich tatsächlich durch das Teamtraining verändert. Auch ich sehe jetzt mehr Individuen als vorher. Die „Masse“, vor der ich sonst stand löst sich in immer mehr Einzelpersonen auf, die ich auch während des Unterrichts wahrnehmen kann.
Gestern habe ich die Inhaltsmenge deutlich reduziert und so vielleicht eine höhere Aufmerksamkeitsrate erreichen können. Der Kampf mit dem Freitag als Unterricht ist doch anstrengender als ich erst dachte. Auch mögen die meisten Schüler noch immer lieber die Arbeit, als die Schule. Was erleben Schüler an allgemeinbildenden Schulen, dass sie die Schule einfach nicht mehr mögen?
Die letzte Stunde war sehr aufschlussreich. Wir wagten das Experiment, mit 27 Schülern in einen Fachraum mit acht Arbeitsplätzen zu wechseln, der zufällig frei war. Per Zufall befand sich in jeder der zu bildenden Arbeitsgruppen ein Elektroniker, der den Mechatronikern helfen konnte. Wir wollten mal Strom und Spannung messen.
Was konnte ich lernen? Die gelangweilten Gesichter im Unterricht, wenn wir die Messungen und Methoden durchsprechen bedeuten nicht, dass die Schüler wissen, was zu tun ist. Die Praxis, das Umsetzen der Theorie in die Handhabung der Bauteile und Messgeräte ist sehr schwierig. Mal sehen, ob die Protokolle zu den Messungen auch Erkenntnisse zu den Zusammenhängen bringen. Der Unterricht nächste Woche wird daran anknüpfen und wir werden auch wieder, trotz Nachmittag und trotz Enge real messen.
Ich werde jetzt weiter Stress abbauen, indem ich die Vorträge, die mein BP Prof. am 19. von mir erwartet vorbereite. Damit ist ein Baustein heute Abend erledigt und ich kann beruhigter das Sofa genießen.
Morgen werde ich dann wohl nach FL fahren und mich mental von den Nebenschauplätzen zu Hause trennen. Das hilft meist.
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msa - 10. Nov, 11:01
Die Vorbereitungen auf die nächsten beiden Prüfungen laufen. Ich weiß zwar (wieder) nicht, ob ich das Richtige erarbeite, aber scheinbar machen die anderen das Gleiche. Das heißt zwar nichts, beruhigt aber etwas.
Nebenbei versuche ich die Examensfeier noch zu retten, aber das scheint sehr schwer zu sein. Die Zeit läuft einfach davon. Es würde mir sehr leid tun wenn wir ca. 300 Examinierten nicht gemeinsam feiern. Der Aufwand für die Planung korrespondiert allerdings nicht mit meiner Prüfungsvorbereitung. Eine Party mit 1000 Gästen und eigenem Personal, das noch rekrutiert werden müsste, ist schon eine Nummer für sich. Respekt sei allen gezollt, die das so nebenbei organisieren.
Gleich gehe ich zu einem Nachbarn um seinen Geburtstag zu feiern. Da es mir immer noch nicht so gut geht, werde ich mal lieber mein eigenes Bier (ohne Alkohol) mitnehmen. Das passt dann auch besser zum frühen Aufstehen und weiterlernen.
Den Unterricht für Freitag habe ich eigentlich fertig geplant. Nur die schriftlichen Arbeiten meiner Schüler muss ich noch beurteilen. Den Freitag machen wir nicht so viel, nehmen uns aber Zeit zum Feedback und Regelaufstellung. Auch das e-learning muss neu geregelt werden. Sonst werden die Schüler unzufrieden. Ich dann auch. Das Experiment soll aber nicht an Unordnung scheitern.
So, nu is Schluss, die Zeit drängt und das Bier ruft.
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msa - 6. Nov, 19:28
Oh man, so schlecht hatte ich das nicht erwartet. Eigentlich kenne ich mich in WiPo aus, aber heute war das grausam. Von den vorbereiteten Themen wollten die Prüfer nicht wirklich viel wissen. Zumindest nicht das, was ich mir erarbeitet hatte. Sie fanden die Grundlagen viel wichtiger, ich bei der Vorbereitung leider nicht.
Zusätzlich war ich so entsetzlich aufgeregt, wie schon seit Jahren nicht mehr. Ob das an der mir scheinbar doch sehr wichtigen Prüfer Konstellation oder meiner eingeschränkten Gesundheit lag, weiß ich vielleicht irgendwann einmal besser einzuschätzen.
Zum Glück waren meine Themen wenigstens so interessant, dass ich mich nicht über die Vorbereitung ärgere. Ich hätte aber andere Prioritäten gebraucht und dann hätte man die Prüfung wahrscheinlich auch mit nur fünf Tagen Vorbereitung besser geschafft als ich jetzt mit fünfzehn Tagen (oder so). Also gelernt: Erst festlegen, was ich meine zu brauchen, die Schlüssigkeit über Gespräche klären und danach anfangen zu recherchieren und lernen. Samstag geht es an die nächsten beiden Vorbereitungen. ET und BP – Jürgen und Stephan, helft bitte.
Immerhin, die BP Klausurergebnisse entsprechen meinen Erwartungen. Geleistete Aufwand zum erreichten Nutzen hat ein ausreichendes Ergebnis erbracht.
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msa - 1. Nov, 20:47
Es gibt dann natürlich die Frage, habe ich genug getan?
Ich habe gelesen, ausgearbeitet, durchdacht und vieles sicher vergessen.
Die letzten beiden Tage habe ich genossen und mich erholt, was mir vor Prüfungen immer wichtig ist. Zwischendurch noch etwas vertiefen und lesen.
Schön, dass mir meine Freunde dabei geholfen haben. Gerade die heutige Geburtstags Nachfeier bei Neele, die Gesa mal eben aus der Taufe gehoben hat, war sehr schön zum Stressabbau.
Gesundheitlich geht’s auch ganz gut, also jetzt noch einmal die Notizen zur Nachhaltigkeit durchstöbern, dann schlafen und den Tag möglichst angenehm ablaufen lassen.
Es wird schon klappen, hoffe ich.
Danach schnell nach Hause und mit Kim spielen, um am Freitag mit meiner Klasse in die Wildnis zu gehen und Kommunikation trainieren.
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msa - 1. Nov, 00:57
So, heute Morgen wieder in FL angekommen. Der gestrige Tag war trotz vieler Termine sehr schön, und auch die vier Stunden Schlaf bei Jürgen waren erholsamer als die letzten Nächte mit ihren acht und mehr Stunden. Hier gehen die Uhren anders als zuhause, das merkt man gleich an einer völlig anderen Tageseinteilung und den vielen, aber nicht störenden Unterbrechungen. Essen gehen dort, viel telefonieren hier, mit dem Bus die Stadt bereisen, einkaufen und Termine planen, Freunde sprechen und Tee trinken. Ich werde das vermissen, das weiß ich.
Gleich werde ich noch etwas gegen mein schlechtes Gewissen lernen, dann schön ausschlafen. Morgen lernen, die Mensa und dort einige Freunde genießen, Nachmittags noch mal ein wenig lesen oder mit Stephan diskutieren um dann Abends auf Neeles Geburtstagsparty den Stress des Prüfungsvorabends zu besiegen.
Ich hoffe, dass die Prüfungstermine am Donnerstag eingehalten werden, denn ich werde mein Gepäck gleich mitschleppen und direkt danach zum Bahnhof sprinten. Dann bin ich abends rechtzeitig zuhause um Kim zu übernehmen.
Freitag wir hoffentlich gut. Ich muss nur noch die Getränke einkaufen und dann hoffen, das alle Schüler heil den Tagungsort erreichen. Ab vier wird dann offiziell Feierabend eingeläutet und gegrillt. Schön dass dann Dorina auch kommen will, so sehe ich die auch mal wieder. Das hebt die Frauenquote gleich deutlich an, denn in meiner Klasse gibt es ja nur zwei Frauen. Diese setzen sich aber gut durch – so mein bisheriger Eindruck. Ist sicher nicht ganz so leicht in einem klassischen Männerberuf.
Letzte Woche hat mich Manu auf eine schöne Idee gebracht. Sie meinte, dass ich eigentlich Grundschullehrer werden sollte. Ob ich dazu wirklich geeignet bin, das weiß ich nicht. Spaß würde es mir aber schon machen, denke ich. Und wichtiger ist das auch noch, als Menschen für einen Beruf auszubilden- finde ich. Nur, wie erkläre ich meiner Frau, dass ich noch mal einige Jahre studieren will, ohne Einkommen und mit einem später noch mal geringeren Einkommen als ich es schon als Berufsschullehrer erhalten werde. Früher war da schon deutlich mehr am Jahresende über, da hätte ich den neuen Fiat 500 heute nicht nur zur Probe gefahren, sondern mir als Bonus gönnen können. Na ja, vielleicht auch nicht.
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msa - 30. Okt, 22:47
Jetzt, wo ich ein wenig mehr Struktur in die Vorbereitung der ersten mündlichen Prüfung gebracht habe, fühle ich mich besser. Die Aufregung ist zwar noch vorhanden aber es ist schön, wenn man zu jeder eigenen These auch einige Worte auf Papier formulieren konnte. Vielleicht veröffentliche ich die hier ja auch mal, aber erst nach der Prüfung.
Jetzt habe ich für diese 45 Minuten am Donnerstag über so viele Werke anderer Notizen geschrieben, zusammengefasst und selber formuliert, dass ich einen ganzen Nachmittag brauchen werde, das noch einmal durchzuarbeiten. Zusätzlich werde ich noch etwas Literatur über Europa lesen und mir einige Podcasts zum jeweiligen Thema anhören. Meist finde ich bei www.deutschlandradio.de was passendes. Neu entdeckt habe ich heute www.dasabenteuerleben.de mit zumindest interessanten Texten zur Nachhaltigkeit.
Morgen wird auch ein langer, aber vielleicht schöner Tag werden. Früh um sechs geht’s los und ich kann mal wieder den Stau nach Hamburg genießen. Montag Morgen ist besonders schlimm. Um 10 dann Termin bei Tantchens Arzt, danach vielleicht noch meinen Onkel besuchen, den ich schon seit mindestens sechs Monaten nicht mehr gesehen habe. Ein wenig Zeit verbringen, die Familie wieder nach Hause schicken und mich dann abends im Westwind mit Frank treffen. Von dort geht’s weiter per Bahn zu Jürgen und Familie um weiter zu schwätzen und vielleicht etwas Pädagogik Prüfungsthemen zu diskutieren.
Dienstag Früh dann gemeinsam nach FL, in die Bude und kalte Füße holen. Lesen meiner Notizen, Lesen der Bücher und entspannen. Vielleicht geh ich auch zum Essen in die Uni und besuche einige WiMi`s. Mittwoch gibt es dann die Abschlussdiskussion mit Stephan.
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msa - 28. Okt, 17:48
Koch und Czogalla haben in ihrem Buch „Grundlagen der Wirtschaftspolitik“ (2003) einige interessante Überlegungen herausgearbeitet. Die mir imponierendste möchte ich kurz mit eigenen Worten darstellen.
Die klassische Antwort auf die Frage, warum Umweltschutz in Marktwirtschaften nicht automatisch funktioniert lautet: „Marktversagen“. Damit ist die Fehlallokation gemeint, weil Umweltgüter (freie Güter) nicht kostenmäßig in den Produktionsprozess eingehen. Dadurch erfolgt Verschwendung ohne Kostensteigerung. Dieses Marktversagen ließe sich auf Politikversagen zurückführen, denn politisch müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine Allokation zulassen (z.B. Nutzungsrechte an Luft…). Wenn Die Umweltgüter bezahlt werden müssen, kann der Markt funktionieren.
Rechtliche Rahmenbedingungen können aber nur auf Grundlage verlässlicher Informationen erfolgen. Das Beschaffen dieser Informationen über z.B. Folgen von Emissionen und technisch möglicher Grenzwerte braucht Zeit. Außerdem handelt die Politik in der Regel nur aufgrund geändertem Wählerverhalten, sie richtet sich nach der demokratischen Meinungsbildung. Ist fehlender Umweltschutz also Politikversagen?
Wenn die Bevölkerung erst auf Grundlage von verlässlichen Informationen politische Maßnahmen fordert, dann ist dies deutlich später, als wenn aus moralischen Gründen politisches Handeln gefordert wird.
Handelt sich demnach um Moralversagen?
Entsprechend der aufgeführten Logik entscheidet also das moralische Handeln der Bevölkerung darüber, ob der Markt genügend rechtliche Rahmenbedingungen für richtige (nachhaltige) Allokationen erhält. Demokratie halt: Wir entscheiden!
Wie macht der Staat Umweltpolitik? Es werden Ziele vereinbart und Maßnahmen zur Zielerreichung durchgeführt.
Maßnahmen können sein:
Internalisierung externer Effekte
Informationsbeschaffung über Wirkungszusammenhänge
Kontrolle und Sanktion
Um die Wohlfahrt der Volkswirtschaft umfassender beschreiben zu können erstellt das Statistische Bundesamt jetzt eine UGR (Umweltökonomische Gesamtrechnung) zusätzlich zur VGR (Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung). In der UGR können zwar nicht die Geldwerte von Umweltbelastungen erfasst werden, aber über Indikatoren kann eine qualitative Aussage erfolgen.
Wohlstand ist halt nicht nur durch Sozialproduktsteigerungen beschreibbar.
Zu guter Letzt für heute die vier wichtigsten Ursachen menschlicher Umweltbelastungen:
1. Bevölkerungswachstum
2. Wirtschaftswachstum
3. städtische Ballungszentren
4. Verändertes Konsumverhalten wegen neuer Produkte
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Literatur:
Koch, Walter A. S./ Gzogalla-, Christian: Grundlagen der Wirtschaftspolitik. 2. Aufl., A Stuttgart 2004. Kap. 9: Umweltpolitik. S. 347 - 386
msa - 27. Okt, 17:58
Je tiefer ich mich in das Thema Umweltorientierung, Nachhaltigkeit und Umweltpolitik einlese, desto mehr interessante Diskussionspunkte finden sich. Bleibt die Frage, ob mir die Vielzahl der Themen bei der Prüfung hilft. Aber egal, es ist interessant genug, um die Zeit damit zu verbringen.
Diesmal: Ist die Globalisierung gut oder schlecht für die Umwelt?
Man könnte meinen, die Antwort ist einfach, denn alleine die längeren Transportwege und der dadurch steigende Ressourcenverbrauch (meist Erdöl) bringt hohe Belastungen und Verschwendung mit sich. Auch ist der Einfluss von Nationalstaaten auf abwandernde Unternehmen deutlich geringer. Den anspruchsvollen Umweltauflagen in den meisten Industrieländern können Unternehmen durch Produktionsverlagerungen ausweichen.
Interessanterweise breitet sich die Umweltpolitik aber extrem schnell über den Globus aus. Die Anzahl und Aktivitäten von Umwelt NGOs (Non Government Organisation) nimmt erheblich zu. Neue, nachhaltige Technologien werden in Schwellenländer exportiert. Die OECD und Weltbank haben erheblichen Einfluss auf die Ausgestaltung der geförderten Entwicklungsländer. Ohne diese globale Ausweitung der Politik könnten die Industrienationen keinen Einfluss auf mögliche Umweltschäden in anderen Ländern nehmen. Jeder sich entwickelnde Staat würde einfordern, den Lebensstandard der eigenen Bevölkerung auf mindestens die gleiche Weise zu steigern, wie in den Industriestaaten. Denn wir haben zur Industrialisierung auch kaum Rücksicht auf Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen genommen.
Erst seit den 1970er Jahren spielen Umweltschutzbetrachtungen eine politische Rolle.
Ein Grund, sich gegen schärfere nationale Umweltstandards auszusprechen ist, dass dann die Unternehmen ins Ausland abwandern würden. Dies scheint aber nicht belegbar zu sein. Abwanderungen lassen sich bisher nur durch Unterschiede im Steuer- und Lohnniveau belegen. Auch der viel genannte Wettbewerbsnachteil durch Umweltschutz lässt sich laut OECD 2000 nicht belegen. Vielmehr ist zu beobachten, dass proaktiver Umweltschutz eher globale Wettbewerbsvorteile einbringt. Insbesondere der produktionsintegrierte Umweltschutz sichert langfristig Vorteile und zwingt auch andere Länder zur Anpassung der Produktionsmethoden.
Ein Unternehmen hat verschiedene Ziele zu erfüllen. Das wichtigste Ziel ist dabei nicht der Umweltschutz, sondern das Erwirtschaften von Erträgen. Aber auch die Motive der Ethik und des Abwendens von wirtschaftlichen Nachteilen sind vorhanden. Ein Unternehmen kann nicht frei von den Forderungen der Stakeholder agieren. Das Management hat die wichtige Aufgabe, die unterschiedlichen und oft nicht vorhersehbaren Ansprüche der verschiedenen Stakeholder bezüglich des Umweltschutzes zu managen.
Es seien hier nur einige genannt, die unterschiedlichste Forderungen vertreten: Der Staat, die Medien, die Gesellschaft und die Wirtschaft mit ihren Konkurrenten, Kunden, Banken und Anteilseignern.
Wenn es beispielsweise ökonomisch sinnvoll ist, eine Ölbohrplattform zu versenken, dann könnten sich die Gesellschaft und Kunden offen dagegen stellen. So etwas führte schon zu weltweiten Boykotten und einer aufgezwungenen Änderung der Managemententscheidungen. Nicht alles, was ökonomisch richtig erscheint lässt sich heute noch durchsetzen. Weltweite (globalisierte) Information kann sehr viel bewirken.
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Jänicke, Martin/ Kunig, Philip/ Stitzel, Michael: Lern- und Arbeitsbuch Umweltpolitik. 2. Aufl., Bonn 2003. Teil II, Kap. 6: Die Globalisierung von Umweltpolitik. S. 137-157
Teil IV, Kap. 13: Unternehmen als umweltorientierte Institutionen. S. 311 - 327
msa - 27. Okt, 14:59
Heute nutzte ich das reparierte Auto erstmalig. Die Äpfel sollte zur Mosterei, Der Motor scheint ganz gut zu laufen, ich hoffe, der Verbrauch hält sich dann auch in den zu erwartend günstigen Bereichen. Aber nach 30 km bin ich dann doch liegen geblieben. Ich konnte gerade noch rechtzeitig anhalten, bevor mich das Rad überholte. Warum die Radmuttern lose waren, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Daran wurde gar nicht gearbeitet. Wie immer hatte ich zwar Werkzeug dabei, war aber auf den Motor als größte Fehlerquelle eingestellt. Wie immer fehlte also das nötigste. Wer außer mir fährt schon Auto, ohne einen Radmuterschlüssel? Zum Glück war ich ja schon fast wieder zu Hause und Bea hat mir schnell das Werkzeug gebracht. Nach der Radbefestigung ging es dann 300 m weiter, bis sich der Motor in eine weiße, stinkende Rauchwolke hüllte. Der (neue) Keilriemen begann zu schmelzen, weil die Spannung irgendwie nachgelassen hat. Ich wusste bis heute nicht, dass sich der Keilriemen löst wenn man Räder festschraubt.
Nachteil: ich bin sauer und habe keinen Bock mehr auf Autobastelei.
Vorteil: vielleicht gebe ich dieses Hobby nun endlich auf und habe Zeit für andere, wichtigere und entspannendere Dinge. Was mach ich nur mit der großen Werkstatt?
Montag werde ich nun mit Familie zusammen nach Hamburg fahren und von dort per Zug zu Jürgen, der mich Dienstag früh dann mit nach FL nimmt. Donnerstag geht es dann nach der Prüfung per Bahn nach Hause, zumindest wenn die Lockführer nicht streiken. Ist also auch positiv zu sehen, dass ich mich noch nicht auf eine längere Strecke mit dem Wagen traue. Ich sehe Kim einen halben Tag länger und Tantchen freut sich auch immer, Kim und Bea wiederzusehen. Auch der Abend bei Jürgen wird sicher nett. Wir können dann ein wenig über die ferneren Prüfungen diskutieren. Leider ohne Bier, denn mein Arzt peppt mich gerade mit Medikamenten auf.
Flensburg ist dann ja auch gut mit öffentlichem Nahverkehr ausgestattet, so dass den Transfers zwischen Bude und Uni nichts im Wege steht.
Manchmal muss man nur zum Umweltschutz gezwungen werden. Das geschieht zu Hause ja auch immer mehr durch die höheren Energiekosten. Ich finde es nur sehr schade, ein Reetdach abreißen zu müssen, um auf regenerative Heizenergie (Pelletofen) umsteigen zu können. Ökonomisch ist das noch nicht, vielleicht aber ökologisch durch den Verzicht auf Heizöl?
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msa - 27. Okt, 14:32
Die deutsche Umweltpolitik gestaltet sich auf der Grundlage von drei Prinzipien
1. Das Verursacherprinzip. Kosten für Umweltbelastungen sind vom Verursacher zu tragen. Damit müssen diese Kosten dann in den Preisen des Produktes enthalten sein.
2. Nach dem Gemeinlastprinzip werden jene Fälle behandelt, in denen eine akute Gefahr schnell beseitigt werden muss oder aber der Verursacher (z.B. Altlasten) nicht mehr ermittelt werden kann. Die Kosten werden also externalisiert und die Gemeinschaft bezahlt über Steuergelder den Schaden.
3. Mit dem Vorsorgeprinzip sollen potenzielle Gefahren vermieden werden. Hier können z.B. Naturdenkmäler aber auch künstlich hohe Preise für knappe Ressourcen genannt werden.
Zur Umsetzung von Umweltpolitik werden Ordnungsrecht und Marktanreize verwendet. Ohne ordnungsrechtliche Maßnahmen würden Marktanreize alleine nicht greifen.
Eine dieser Marktlösungen sind Umweltabgaben. Entweder als Steuern oder als Sonderabgaben. Steuern haben den Vorteil, das sie nicht zweckgebunden verwendet werden müssen und trotzdem Umweltpolitisch steuernd wirken (z.B. Energiesteuer). In der Regel wird ein politischer Steuersatz nach dem Standard-Preisansatz eingerichtet. Die Steuerhöhe muss so hoch sein, das der politische Effekt eintritt, aber die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen nicht zu sehr leidet. Sobald die gewünschten Resultate einsetzen, verringert sich das Steuereinkommen des Staates.
Bei Umweltabgaben ist eine Zweckbindung der Einnahmen möglich, so dass die Gelder in öffentlichen Sonderfonds verwaltet werden können. Beispiele sind Deponie-, Emissions- oder Produktabgaben (Einwegflaschen, Zweitwohnungen). Bei den Sonderabgaben können die Produzenten jedoch auf andere Produkte ausweichen, die nicht belastet werden, diese müssen dazu nicht zwingend umweltfreundlicher sein.
Eine andere, kostengünstige und effektive Methode der Steuerung sind Umweltzertifikate. Der Staat vergibt z.B. Verschmutzungsrechte für Luft an Energieproduzenten. Braucht ein Unternehmen mehr Rechte, muss es diese auf dem Markt hinzukaufen. Dadurch erlangen nachhaltig produzierende Unternehmen Kostenvorteile. Der Wert der Zertifikate wird marktgerecht bestimmt und veranlasst die Unternehmen, sich zur Kostensenkung um Innovationen zu bemühen.
Die Umsetzung ist bürokratisch und Kontrollen sind notwendig. Auch ist der Bevölkerung heute noch schwer zu vermitteln, dass sich Unternehmen Verschmutzungsrechte kaufen können.
Bei all diesen Maßnahmen steht immer das staatliche Handeln im Mittelpunkt. Die Gesellschaft schafft die Regeln und Grenzwerte auf demokratische Weise. Hierbei ist es wichtig, wie ernst die Verantwortung für die zukünftige Generation genommen wird.
Ohne politische Regelungen müsste man eine Pigou-Steuer erheben. Diese würde jede Umweltbelastung und jeden Verbrauch freier Güter in geldwerte Kosten umrechnen und dem Verursacher in Rechnung stellen. Das Problem dabei ist, dass die Kosten weder Verursachergerecht bestimmt werden könnte, noch die Höhe von Belastungen in Geld einheitlich definierbar ist. Diese neoklassische Idee ist zwar ein Weg zur nachhaltigen Wirtschaft ohne individuelle Grenzwerte, kann aber nur theoretisch funktionieren.
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Literatur
Pätzold, Jürgen/ Mussel, Gerhard: Umweltpolitik. Berlin 1996. Kap. 3: Externe Effekte in der Umweltökonomie. S. 33 - 40; Kap. 4: Prinzipien der Umweltpolitik. S. 51-54; Kap. 6.1: Kriterien und • Anforderungen. S. 63 - 64; Kap. 6.2: Umweltabgaben - die Preisvariante der < Marktlösung. S. 64-81; Kap. 6.3: Umweltzertifikate - die Mengenvariante der Marktlösung. S. 82-90
msa - 26. Okt, 21:10
Für eine nachhaltige Ökonomie müssen politische Ziele formuliert werden. Diese Ziele sollen dann langfristig Gültigkeit behalten. In der Regel werden Soziale- Bildungs- und Ökonomieziele verfasst.
Der klassische Ökonom setzt dabei auf eine eher als schwach zu bezeichnende Nachhaltigkeit, bei der die Konsumenten ihre Souveränität behalten können. Die Politik soll nur durch Information und Aufklärung lenken.
Bei der nachhaltigen Ökonomie befasst sich die Politik mit den drei Säulen einer ausgewogenen Steuerung der Nachhaltigkeit von Wirtschaft, Soziales (Menschen) und Umwelt. Der Schutz der Lebensgrundlagen der heutigen und zukünftigen Menschen steht als ethisches Ziel im Mittelpunkt.
Das Problem liegt scheinbar vielfach im Marktversagen, denn für einen Ökonomen sind freie Güter (Umweltgüter) quasi unerschöpflich und kostenlos. Sie werden dementsprechend verschwenderisch eingesetzt und substituieren womöglich andere Faktoren.
Man könnte nach neoklassischem Modell versuchen, die Umweltschäden in Geldwert zu erfassen und als Kosten auf die Produkte aufschlagen (externe Effekte internalisieren). Es ist jedoch schwierig, den Wert z.B. einer Flussvergiftung in Geldwert darzustellen.
Nach der in den 1980er Jahren eingeführten ökonomischen Ökologie werden die natürlichen Ressourcen als existenziell für Mensch und Wirtschaft angesehen. Sie sind nicht substituierbar.
1992 hat die UN das sustainable development weltweit anerkannt. Es geht dabei um Bewahrung und gerechte Verteilung der natürlichen Ressourcen.
Wenn auch Deutschland den Start der Umweltschutzbemühungen in den 1970er Jahren weitgehend verschlafen hatte, so sind wir zumindest in Europa seit Mitte der 1980er Jahre führend. Eines unserer besonderen Probleme sind die ca. 300.000 Altlasten (Böden und Gewässer), die Ende der 1990er Jahre erfasst wurden. Die Beseitigung ist zu einem wichtigen umweltpolitischen Ziel geworden.
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Literatur:
Rogall, Holger: Volkswirtschaftslehre für Sozialwissenschaftler. Wiesbaden 2006, Kap. 6: Nachhaltige Ökonomie. S. 95 -110
Jänicke, Martin/ Kunig, Philip/ Stitzel, Michael: Lern- und Arbeitsbuch Umweltpolitik. 2. Aufl., Bonn 2003. Teil II, Kap. 1: Umweltpolitik in Deutschland. S. 30-49
msa - 26. Okt, 14:27
So der Spruch meines KFZ Meisters. Er will mich damit sicher auf die zu erwartend hohe Rechnung vorbereiten. Gestern kam die Karre aus der Werkstatt, nach diversen Wochen Bastelei. Immerhin, es läuft, nicht so toll wie gehofft, aber vielleicht ja sogar verlässlich. Das wird die Zukunft zeigen, aber in diesem besonderen Fall bin ich ausnahmsweise mal pessimistisch, den mit diesem Auto hatte ich bislang nur Ärger. Ich weiß, ich bin selber Schuld. Bauchentscheidungen sind eben nicht immer die besten.
Nachdem ich gestern nun ein wenig lernen konnte, danach Bea zum Arzt gefahren habe um folgend das „neue“ Auto anzumelden und die beiden Einkaufslisten im Supermarkt abzuarbeiten konnte ich gleich Leo aus dem Krankenhaus und Bea wieder vom Arzt holen. Und schon gab es den Begrüßungskaffe, es dämmerte allmählich und ich musste doch noch einige Reparaturen am Auto durchführen. Also schnell mal raus und anfangen. Leider gehen zwei Türen nicht mehr auf, nach einer Stunde habe ich eine überwinden können, aber die Beifahrertür ist immer noch fest. Ein Einbruch in ein Auto ist ganz schön schwierig, auch mit Schlüssel. Die anderen Reparaturen blieben auch liegen, da ich um 9 dann keine Lust mehr hatte. Der Körper verlangte Ruhe und so konnte ich wenigstens noch extra3 und Scheibenwischer genießen. Daneben nach Monaten auch mal wieder bei Harald Schmidt reinschauen war auch mal wieder nett.
Der heutige Morgen brachte wenigstens eine Stunde Schreibtisch, zuvor die Arzttour, die ich auch gleich zum Vorsprechen (ist ja schließlich Sprechstunde) genutzt habe. Jetzt versuchen wir meine Prüfungsleistung über Medikamente zu steigern. Ich befürchte, dass ich nach den Prüfungen ordentlich Baustellen beseitigen und dem Körper Erholung bieten muss. Man ist halt nicht mehr der Jüngste.
Im Moment versuche ich in zwei Tagen einen Reader durchzuarbeiten. Sind so 140 Seiten, zum Glück meist interessant und einiges wiederholt sich auch. Es geht natürlich um Umwelt und Ökonomie, für das Prüfungsthema Nachhaltigkeit.
Gleich geht’s mit Kim zur Krankengymnastik und danach dann in den Obstgarten, denn die Äpfel müssen bis zum 3.11. zur Mosterei, sonst gibt es keinen Apfelsaft mehr. Abends ist dann Laternenumzug im Ort. Vielleicht schaffe ich hinterher noch einiges? Wohl eher nicht, Ruhe braucht der Körper.
Das Wochenende wird dann fleißig am Schreibtisch verbracht, nur unterbrochen von der Mostereifahrt und einigen (nötigsten) Reparaturen am Auto. Hoffentlich kommt nicht noch mehr dazwischen. Mein Lernwochenende in FL habe ich schon absagen müssen. Montag dann Termine in Hamburg und danach, nach FL, damit am Donnerstag die Prüfung auch mit Inhalt gefüllt ist.
Ein schlechtes Gewissen habe ich auch schon, denn außer für Politik und Wirtschaft habe ich noch kaum etwas vorbereitet. Der Unterricht der nächsten Wochen muss noch geplant werden, Elektrotechnik und Pädagogik stehen auch noch an.
Irgendwie schaffe ich das. Ich freue mich aber auch auf die Woche danach. Vielleicht mit Jürgen in FL. Die Wohnung neu anmalen, denn der Auszug steht zum 30.11. an.
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msa - 26. Okt, 14:06