40 Jahre

Ich bin ja schon älter als diese läppischen Vierzig. Aber gestern waren wir zu einer entsprechenden Geburtstagsfeier eingeladen und haben dazu das folgende Gedicht einbes mir sehr genehmen Dichters gefunden und vorgetragen.

"Das Leben, meint ein holder Wahn,
Geht erst mit vierzig Jahren an.
Wir lassen uns auch leicht betören
Von Meinungen die wir gern hören,
Und halten, längst schon vierzigjährig,
Meist unsre Kräfte noch für bärig.

Was haben wir, gestehn wirs offen,
Von diesem Leben noch zu hoffen?
Ein Weilchen sind wir noch geschäftig
Und vorderhand auch Steuerkräftig,
Doch spüren wir, wie nach und nach
Gemächlich kommt das Ungemach

Und wie Hormone und Arterien
Schön langsam gehen in die Ferien.
Man nennt uns rüstig, nennt uns wacker
Und denkt dabei: “der alte Knacker!“
Wir stehn auf unsres Lebens Höhn,
Doch ist die Aussicht gar nicht schön,

Ganz abgesehn, dass auch zum Schluss –
Wer droben, wieder runter muss.
Wer es genau nimmt, kommt darauf:
Mit vierzig hört das Leben auf."


Eugen Roth
„Die guten Vierziger“

Die Beschenkte war auch nicht so glücklich, ob wegen des Gedichtes, oder aufgrund des Anlasses, weiß ich nicht. Es war ganz nett, aber mit meiner Feier zum vierzigsten nicht zu vergleichen. Daran erinnere ich mich noch immer sehr gerne.
see you
Franko (Gast) - 21. Mär, 20:23

40+

Du machst Dir wirklich viel zu viele Gedanken über das Alter. Vor 500 Jahren, ja da wären wir "alte Knacker" gewesen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Genieße jeden Tag und lass das Alter Alter sein, denn im Grunde genommen ist es nur eine Zahl.

msa - 25. Mär, 20:15

Missverständlich

Ich mache mir zwar Gedanken über das Alter. Ich bedaure es aber nicht, älter zu werden. Man sieht nur viele Dinge in neuem Lichte und muss einige Veränderungen im eigenen Denken verarbeiten. Der Blick auf die eigene Vergangenheit ist dann manchmal überraschend, in dem Sinne, dass ich einiges noch einmal erleben möchte, es mir aber heute nicht mehr zutraue. Anderes traue ich mir heute zu, was ich vor Jahren noch als Utopie von mir wies.
Und Eugen Roth habe ich zufällig als günstiges "Mängelexemplar" erstanden. Den habe ich als Teenager gelesen und bei Bewerbungsgespräche angegeben, wenn man mich fragte, was ich denn so lesen würde. Einiges finde ich noch heute gut, anderes nicht mehr. Das dort ein Gedicht über den 40sten Geburtstag drin ist, ist mir nur aufgefallen, weil wir gerade zu einem eingeladen waren. Und die Dame konnte damit nicht so gut umgehen. Denke ich.

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