In verschiedenen Bereichen Erfahrungen zu sammeln und daraus sein Verhalten zu überdenken und möglichst zielgerichtet zu verändern. Das nenne ich Lernen. Doch was passiert, wenn zu viele Erfahrungen gleichzeitig auf mich einstürzen? Ich kann nicht aus jeder Erfahrung gleichzeitig ein anderes Handeln ableiten. Einige Dinge müssen konstant bleiben, damit beobachtbar wird, was sich durch anderes Verhalten eigentlich ändert. An technischen Geräten ist das immer gut zu beobachten. Beispiel: Man nehme einen Frequenzgenerator, ein Oszilloskop und drei Schüler. Wenn einer am Generator, ein weiterer gleichzeitig am Messgerät Einstellungen vornimmt, dann kann der dritte zwar viel Beobachten, weiß die Resultate aber nicht auf einzelne Veränderungen hin zu werten. Ähnlich scheint es mir derzeit zu ergehen. An jeder Ecke meiner Ausbildung und an einigen Ecken meines Privatlebens verstelle ich gleichzeitig Handlungsweisen und ich weiß danach einfach nicht mehr, was mich eigentlich verwirrt. Warum bin ich mal glücklich und mal frustriert?
Vermutlich würde ein regelmäßiges Feedback mir selber gegenüber weiterhelfen. Ich werde also wieder mehr in diesen Bolg schreiben müssen, denn die anderen Selbstreflektionen, die beispielsweise das IQSH mit seinem Portfoliogedanken anbietet, sind interessant, aber ich kann damit noch nicht sinnvoll an mir arbeiten.
Reflektion durch Lehrer, Freunde, Ausbilder und Schüler prägen allmählich den Eindruck, den ich über meine Lehrertätigkeit erhalte. Ich bin leider noch nicht so gut, dass ich zufrieden sein könnte. Gerade im Bereich der Didaktik, insbesondere der methodischen Umsetzung von technischen Fachinhalten, suche ich weiter nach einem besseren Weg. Die zuletzt favorisierten, selbst erstellten Arbeitsblätter waren sehr Zeitaufwändig in der Gestaltung. Sie waren aber nur bedingt wirksam im Unterricht. Mehrere Probleme sehe ich. Zuerst einmal darf man leider Schüler noch nicht 90 Minuten alleine arbeiten lassen. Stillarbeit führt oft zu dem Eindruck, dass man nicht arbeiten müsse. Also werden zukünftig Stillarbeiten nur noch ermöglicht, wenn direkt danach Arbeitsergebnisse zu zeigen sind. Zeigen heißt (schon wieder leider), das die Schüler bewertet werden wollen. Ohne Notendruck oder Angst vor Bestrafung geht es noch nicht. Dies entspricht zwar nicht meinem Weltbild, durchaus aber meinen Erfahrungen auch während des Studiums. Denn welche Seminargruppe hat schon ohne Dozenten effektiv gearbeitet, wenn der Druck fehlte?
Ein weiteres Problem der Arbeitsblätter. Da die Schüler jetzt alles vorliegen haben, brauchen sie weniger schreiben. Das führt zu dem Eindruck, man lerne ja nichts. Und ein schlauer Prof. sagte mal so richtig: „ Ich gebe ihnen keine Handouts, weil ich weiß, dass sie diese sowieso nicht lesen“, nachdem wir darauf bestanden, trotzdem manchmal welche zu bekommen hat er getestet, wie viele Studenten sich das durchlesen. Es war erschreckend. – Warum also sollten meine Schüler anders reagieren.
Was ist das Resultat? Ich werde Arbeitsblätter gestalten, die die Schüler mehr aktiv einbinden und weniger Inhaltliche Komplexität aufweisen. Etwas weniger Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fachthemen, mehr hin zu dem „kleinschrittigen“ Vorgehen. Das ist etwas, was zwar von dem Lernfeldgedanken wegführt, aber ich muss das jetzt austesten. Womöglich haben die vielen erfahrenen Kollegen, die die Lernfelder nicht akzeptieren ja Recht und die Schüler lernen besser fachthematisch aufgebaute Inhalte.
Morgen fahre ich Bahn, da ich mein Auto derzeit nicht auf weite Strecken loslassen möchte. Es ärgerte mich gerade mal wieder. Vier Stunden Bahn bedeuten vier Stunden Unterrichtsplanung. Da sollte doch was herauskommen.?!?
Das letzte WE war auch sehr schön. Donnerstag gleich nach der Schule ab nach Flensburg. Etwas bei der Orga des Examensballs helfen und Freitagabend dann schön und lange mit Freunden feiern. Es ist schön zu sehen, wie glücklich die Examinierten sind, wenn sie das Zeugnis überreicht bekommen. Die Party danach ist dann immer was besonders Schönes. Dieser Zwischenabschluss war auch für mich etwas sehr Wichtiges im letzten Jahr. Danach beginnt ein anderer Ausbildungsteil. Hier erkenne ich dann vermehrt, dass die Uni Zeit sehr schön war, das ich dort aber nur wenig gelernt habe, was im Alltag der Schule hilft. Vermutlich ist das so nicht ganz richtig, denn ich kann vermutlich nicht erkennen, welche „Stellschrauben“ an mir während des Studiums verdreht wurden. Ich weiß nur, dass ich meinen ehemaligen Job heute nicht mehr voller Enthusiasmus erledigen könnte. Es hat sich halt vieles verändert in mir. Das liegt am Studium und an den Menschen, mit denen ich diese tolle Zeit verbringen durfte.
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msa - 18. Mai, 19:56
So geht es. Wenn ich mir genügend Zeit nehme und jeweils die Hälfte der Schüler mit Arbeitsaufgaben und Übungen versorge, dann können die anderen in dieser Zeit am "lebenden Objekt" lernen.
Mit 14 Schülern kann sogar die Bedienung von Oszilloskopen und das erfolgreiche Messen von Ladekurven durchgeführt werden. Auch wenn die Schüler noch wenig Erfahrungen mit den Messgeräten haben. Es ist schon spannend, zu beobachten, wie die "neuen" Geräte benutzt werden. Nach der "Entdeckertour" beim letzten Fachraumtag, wo sie die Geräte erkunden sollten, gab es das Feedback, dass mehr Anleitung durch mich gewünscht wäre. Heute hatte kaum jemand seine Kurzbedienungsanleitung genutzt, die ich verteilt hatte. Auch wurde die Arbeit mit den Geräten und Bauteilen begonnen, während noch erklärt wurde, was zu beachten sei. Und wieder einmal mussten viele Fragen doppelt in Einzelgesprächen geklärt werden.
Insgesamt war ich heute zufrieden. Ich denke, dass die Schüler jetzt ein besseres Gefühl dafür haben, was wichtig ist, wenn sie Messungen mit Oszilloskopen durchfühern.
Leider habe ich heute kein Feedback mehr erhalten können. Ich weiß also noch nicht, ob die Schüler den Unterricht in dieser Form auch mochten.
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msa - 8. Mai, 22:40
Es ist schon etwas ungewöhnlich, als Berufsschullehrer (werdender) in einer vierten Klasse zu hospitieren. Die jüngeren Schüler haben ein so nettes Verhalten gegenüber fremden Lehrern. Und sie sind so schön fröhlich in der Schwimmhalle. Da macht Unterricht sicher auf Dauer Spaß. Nur ist der Lärm in so einem Hallenbad doch unheimlich groß. Wie die Lehrer das über längere Zeit ohne Hörschäden aushalten ist mir unklar.
Am Montagmorgen hatte ich meine erste Hospitation in einer vierten Klasse, die gleich eine Doppelstunde Schwimmen hatten. Zum Glück musste ich nicht zu früh aufstehen, denn ich konnte bei Freunden in Flensburg übernachten und sparte somit die Anreise von 136 km. Unterrichtsbeginn war 7:30 Uhr. Nach einer kleinen Einweisung durch Astrid, die Lehrerin vor Ort sollten wir Lehrlinge dann in kleinen Gruppen selber was probieren. Das war spannend, denn als Anfänger die Schwimmfehler der Schüler überhaupt zu erkennen und dann auch noch Übungen anleiten, um diese Fehler zu bearbeiten, war schwer.
Zum nächsten Mal sollen wir dann schon eigene Ideen mitbringen und einen Unterricht geplant durchführen. Was das wohl wird?
Danach ging es kurz zu Antje, ein zweites Frühstück einnehmen und etwas klönen, bevor das eigene Schwimmtraining begann. Ich hatte noch einige Übungen zur Rollwende geplant und übte fleißig. Erfolg: ich muss viel üben. Danach fingen wir mit einer unangenehmen, weil sehr anstrengenden Schwimmtechnik an. Das Delfinschwimmen. Das müssen wir zumindest technisch beherrschen, um Lehrer werden zu können. Also werde ich gezwungenermaßen unser Freibad jetzt häufiger aufsuchen und üben. Der Muskelkater ist jedenfalls beträchtlich.
Die Theorie war dagegen am Mittag wiederum sehr entspannend. Ich muss mir unbedingt die CD oder DVD mit den Videos zu den einzelnen Schwimmtechniken besorgen. Die helfen mir sehr, meine Techniken zu korrigieren.
Nachmittags begann dann die lange aber angenehme Bahnfahrt nach hause. Diesmal per Bummelzug über Husum, so dass ich viel Landschaft in der Sonne genießen konnte, während ich den Erlass über außerschulische Unterrichte des Landes SH durchgearbeitet habe.
Demnächst werde ich ja vermutlich wieder eine entsprechende Veranstaltung organisieren.
Und was freut mich noch? Im August geht es nach Sylt, um zu lernen, wie ein Schullandheim funktioniert und wie man dort mit den Schülern umgeht. Außerdem lerne ich vielleicht auch noch Surfen oder Wellenreiten auf meine alten Tage.
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msa - 6. Mai, 16:56
Das war ein sehr schönes Wochenende. Die Bodil, ein alter Gaffelsegler hat uns einen Tag lang über die Flensburger Förde getragen. Super Wetter, tolle Mitfahrer und eine super Organisation von Anni.
Neben der Arbeit sollte man sich viel häufiger solche Genüsse leisten. Nun bin ich mal gespannt, wie die vielen Fotos auf eine gemeinsame Plattform kommen, damit wir alle was davon haben.
Und Maike hat schon angedeutet, dass sie nächstes Jahr ähnliches organisieren möchte. Hoffentlich denkt sie dann noch an mich, denn da komme ich gerne wieder mit.
Anni brachte gleich die Idee vor, mal auf dem Oldtimer nach Schweden zu segeln. Auch keine schlechte Idee, wenn auch schwerer mit der Familie unter einen Hut zu bringen, denn unsere Kinder sind dazu noch zu kurz.
Danke an Alle, die dabei waren und vor allem an Anni für die tolle Organisation
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msa - 5. Mai, 21:51
Gleichzeitig zwei Feiertage und ich habe den Tag gut genutzt. Am Tag der Arbeit konnte ich viel erledigen, wenn auch jede Arbeit noch zuende gebracht werden muss. Für Hilga und Leo ist die Fertigstellung ihres neuen Schlafraumes vorangekommen. Die Kinder haben bald ein neues Spielzeug, eine große Holzlokomotive. Ich werde wohl Hilfe brauchen, um sie aus der Werkstatt zu bekommen, denn die wird sehr schwer ;)
Und auch der Rasen hat seine erste Rasur in diesem Jahr erhalten.
Selbst für die Schule habe ich gearbeitet. Zwar ist noch kein weiterer Unterricht erstellt, aber offene Aufgaben der Nachbereitung und wiki Pflege sind zumindes erfolgreich vollbracht.
Morgen geht es an die nächsten Unterrichtsvorbereitungen und dann am Samstag nach Flensburg. :)
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msa - 1. Mai, 22:40
Keine Sorge, es kommt keine Klageschrift zum Thema Bücher und deren Werte. Ich lese selber nicht allzu viel und bin auch erst sehr spät ein Fan von Büchern geworden.
Was ich meine ist, dass viele Schüler ein Aufgabenblatt nicht lesen, bevor es beantwortet wird.
Das ist mir gerade heute wieder aufgefallen. Ich habe in einer Klasse des technischen Gymnasiums hospitiert (ist das nicht ein schönes Wort?) und da war es wieder.
Schüler: „Was sollen wir denn jetzt machen ?“ Lehrer: „Aufgabe Nr.6 auf dem Aufgabenblatt mit den 7 Aufgaben“ – so hätte er antworten können. Aber das wäre unfreundlich und demotivierend, also wurde freundlicher geantwortet.
In allen „meinen“ Klassen und in vielen beobachteten Unterrichtseinheiten habe ich dieses Verhalten immer wieder erlebt. Claus hatte letztens in seinem Unterricht den Materialkoffer für die Gruppenarbeit extra mit einer Warnung beschriftet. Das funktionierte, weil die Schüler dann erst lesen und danach öffnen und „entdecken“ durften.
Ich werde jetzt vermehrt auf dieses Verhalten eingehen und z.B. einige Antworten zu Fragen der Aufgaben weiter unten einfach anführen. Mal sehen, ob sich was ändert?
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msa - 29. Apr, 21:55
Heute kam ein dicker Stapel Post von meinem Brötchengeber. Dieser ist nicht mein Arbeitgeber, aber das will ich hier gar nicht erst erklären. Auf jeden Fall kam eine nette Nachzahlung, da ich als Beamter bislang nicht den Kinderzuschlag erhalten hatte. Somit stehen die Finanzen jetzt wieder etwas besser.
Heute in der Schule gab es etwas nicht alltägliches für einen Lehrer. Meine Schüler waren nicht da. Dass die gerne manchmal aus meinem Unterricht flüchten wollen, kann ich mir schon denken. Dass sie aber schon vorher geschlossen gehen, das überraschte mich doch. Da auch der Klassenlehrer keine Aufklärung geben konnte, mussten also viele unentschuldigt fehlende Schüler in das Klassenbuch eingetragen werden. Wäre ich gemein, würde ich in der nächsten Stunde einen Test schreiben lassen, der den Inhalt des heutigen Tages abfragt. Aber was soll das?
Heute Abend habe ich mir Zeit genommen und endlich die Rasenmäher in die Werkstatt geholt. Der einfache geht wieder und hat sich auch schon durch einen Teil des Gartens gearbeitet. Leider habe ich die beiden Rasentruks nicht zum Laufen gekriegt. Ich frage mich manchmal, wie ich es früher geschafft habe, ganze Autos zu restaurieren und Motoren zu überholen, wenn ich jetzt schon an Rasenmähermotoren scheitere. Ich brauche Hilfe. Vermutlich werde ich morgen Abend beim Maifeuer viele Gespräche in diese Richtung führen. Da fällt mir ein, ich brauche noch Bier.
Morgen wird wieder viel zu erledigen sein. Leo muss wieder ins Krankenhaus, das Schlafzimmer von Beas Eltern muss endlich fertig, der Rasen muss gemäht und das Maifeuer gefeiert werden. Zwischendurch würde ich gerne noch den Unterricht für nächste Woche fertig bekommen, da das WE in FL verplant ist und ich den ganzen Montag der Schwimmlehrerausbildung widmen muss (möchte). Morgens 7:30 Uhr beginnend mit einer Hospitation in einer dritten und einer vierten Klasse, danach eigenes Schwimmtraining, ich muss endlich die Wenden können, danach Theorie unterrichten lassen und ab nach hause.
Und gleich? Eigentlich HA kontrollieren, aber statt dessen werde ich noch ein Bierchen auf dem Sofa genießen und dann schlafen gehen.
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msa - 29. Apr, 21:40
Ich bin kein nach Perfektion strebender Mensch. Das führt dazu, dass die Inhalte meines Unterrichts fachlich nicht immer so ausgearbeitet sind, dass meine Kollegen damit zufrieden sind. Ich beachte dabei jedoch den Anspruch, den die Schüler haben. Wenn es genügt, sich mit einer Materie vertraut zu machen, dann soll der Unterricht exemplarische sein. Ist es notwendig, ständig mit Fachthemen umzugehen, dann wird es genauer. So weit so gut. Und dann kommt es zu den vielen Informationen von Schulleitung, Lehrern, Referendaren und IQSH, in denen immer wieder eine objektive, nachvollziehbare und gerechte Beurteilung der Schülerleistungen gefordert wird. Das hat mich jetzt einige Wochen sehr stark beeinflusst. Ich habe mir Listen ausgedacht und Bewertungskriterien erarbeitet, nach denen ich die Schüler in allen möglichen Situationen bewerten kann. Aus einem Uni Projekt kenne ich auch noch ein Modell für Kompetenzbewertungen mit 15 verschiedenen Kriterien pro Schüler. Grob gerechnet kommt man schnell auf 30 Kriterien für individuelle Bewertungen, die kontinuierlich an meine 75 Schüler mindestens einmal pro Woche angelegt werden sollten. Wie macht man das nur? Das sind 2250 Bewertungskriterien pro Woche, für die ich mir je 10 sec gönne, also 6,25 Stunden mit Bewertungen beschäftigt wäre. Das geht nicht!
Diese Erkenntnis der Unvollkommenheit hat mich etwas blockiert. Dann endlich fand ich heraus, dass auch meine Anwärterkolleginnen und Kollegen die gleichen Probleme haben. Auch fertige Lehrer können das nicht schaffen. Wir beschränken uns also auf unsere Stichproben, auf unsere Menschenkenntnis und auf die gelegentlich abgeforderten schriftlichen Leistungsnachweise. Wer immer mir sagt, dass eine Schulnote einen Menschen in seinen Kompetenzen beschreibt und mit anderen Menschen vergleichbar macht, der muss mich lange und gut überzeugen können.
Ein anderes ungutes Gefühl kam in Bezug auf meinen Unterrichtsstil auf. Ich weiß einfach nicht, ob ich richtig oder falsch unterrichte. Ich weiß, dass ich anders arbeite als die meisten Kollegen der Sek II, aber das ist beabsichtigt. Nur, machen die Schüler das auch mit? Feedback der Schüler: „Seien sie mehr Lehrer“. Ich werde ihnen entgegenkommen, aber die nötige Selbständigkeit in unserer Gesellschaft soll weiter gefördert werden. Ich weiß auch, dass ich die gutgemeinten Ratschläge meiner Lehrer früher nicht beherzigt habe. Heute verteile ich ähnliche Weißheiten und ernte zum Teil den gleichen Unwillen.
Lernen durch Erfahrung ist das Eine, dazu brauche ich Rückmeldungen. Einige Schüler geben sie mir und einige Kollegen fordere ich immer stärker, meinem Unterricht beizuwohnen.
Lernen durch Vergleichen habe ich jetzt wieder schätzen gelernt, denn durch die Beobachtung von erfahrenen Kollegen werden mindestens zwei Dinge klar. Es gibt keinen perfekten Lehrer und selbst als Anfänger finde ich immer Verbesserungsmöglichkeiten. Andererseits finden sich auch immer kleine Tricks, die es lohnt selber mal auszuprobieren. Und sei es nur das einfache Vormachen – nachmachen – üben Prinzip vieler Unterrichtsmodelle. Die Schüler nehmen dies oft dankbar auf.
Und eine letzte Erfahrung. Durch das aufmerksame anschauen von Unterricht kann ich jetzt wieder stärker nachempfinden, wie lange man aufmerksam zuhören kann. Vieles geht danach an meinen Sinnen einfach vorbei. Das geht meinen Schülern sicher nicht anders.
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msa - 28. Apr, 17:28
Da gab es diese Woche eine Menge Feedback. Zum Einen waren wir Referendare zu Gast im Unterricht eines Kollegen und haben dort eine Doppelstunde zugesehen. Danach wurde diese Stunde über etwa die gleiche Dauer zerredet. Leider ist von dem, was ich bislang unter Feedback verstanden habe nicht viel übrig geblieben. Der arme Lehrer musste viel einstecken. Frei nach dem Motto meiner alten Schullehrer: Wir finden jeden Fehler, wenn wir etwas nicht erwähnen, dann war es gut. Schade, das hat mir den Tag wirklich versaut.
Dafür war der Abend sehr schön, den ich mit drei Freundinnen zum Teil in der Sonne am Hafen und danach in gemütlicher Runde beim Abendessen verbringen durfte. Am Abend zuvor brach mir der Schalthebel im Auto ab, so dass ich schon befürchtete, gar nicht rechtzeitig und lange genug in FL sein zu können. Aber die Notreparatur hat wiedererwartend schnell funktioniert. Es dauerte keine zwei Stunden, um aus unserem Teileträger das passende Schaltgestänge aus- und in den „Kranken“ einzubauen. Jetzt kann man sogar wieder besser schalten als zuvor, weil auch die Schaltkulisse gleich mit gewechselt wurde. Thema Aut: Das habe ich grad gefunden
http://witze.net/funclips/truck_hits_jeep.mpg also be careful.
Feedback von meinem Chef. Er hat sich wieder sehr viel Zeit dafür genommen. So etwas finde ich richtig gut. Mit seiner Rückmeldung zu meiner letzten Vorführstunde kann ich ganz gut leben und zufrieden sein. Scheinbar treffe ich den Stil, wie die jetzige Schule es erwartet und bringe nicht zu viele neue Ideen ein.
Was mich sehr gefreut hat ist die offene und sehr kritische Rückmeldung meiner Schüler. Sie sind so weit, dass sie sich trauen, gegen ihren eigenen Klassenlehrer zu argumentieren. Sehr reife Jugendliche mit, gemessen an der Feedbackkultur einiger meiner Kollegen, gut formulierter Rückmeldung. Ich gebe zu, dass ich gehofft habe, mit meiner Art besser anzukommen, aber der Wunsch nach „mehr Lehrer“ ist deutlich. Ich werde einige Schritte auf die „alte Schule“ zumachen müssen und den Schülern mehr vorgeben. Die Extreme zwischen zu viel Theorie ohne Schüleraktivität und zu viel Eigenständiger Verantwortung (Schüler als Entdecker) werde ich versuchen zu nivellieren. Es hat heute sogar richtig Spaß gemacht, mal ein eigenes Arbeitsblatt zu erstellen, mit dem ich die nächsten Doppelstunden gestalten möchte. Jetzt kann ich sogar recht schnell Schaltskizzen und Formeln in Word erarbeiten. Das lag mir vorher nicht. Ich bin auf die nächste Rückmeldung gespannt.
Was war noch? Lisa schreit heute Abend sehr extrem. Irgendwas in ihrem kleinen Bauch sitzt wohl quer. Hoffentlich kann sie und damit wir gut schlafen. Die geplante Segeltour Anfang Mai wird aller Voraussicht nach statt finden, da schon jetzt 22 Teilnehmer gebucht haben. Schade nur, dass einige wichtige Personen fehlen werden, weil sie sich nicht entschließen konnten, mal eben für einen schönen Tag zuzusagen. Besonders bei Jürgen ärgert mich das, denn die Idee entstand ja letztes Jahr mal durch seinen Wunsch, auf einem alten Segler zu schippern. Aber wir werden wohl auch so Spaß haben können. Ich muss nur noch die Schlafgelegenheiten abklären.
Und ein weiteres Highlight meiner Ausbildung in Form eines Arbeitsurlaubs für den August steht auch schon fest. Gleichzeitig Erfahrungen für den Job sammeln und vom Job entspannen. Das ist schon einmalig, denke ich. Zehn Tage in einem Landschulheim auf Sylt lernen, wie man schwimmen und Wassersport unterrichtet, wie Klassenreisen organisiert werden und wie man in Gruppen Spaß hat. Ich freue mich auf diese Arbeit. Danach werden wir dann mit Familie wegfahren und alte Erinnerungen an der Nordsee zurückholen. Wenn alles so bleibt.
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msa - 18. Apr, 22:36