Dienstag, 17. Juli 2007

Abschiedswoche

Gestern war Montag, der war normalerweise hier in FL schon sehr lang, da er immer durch drei zeitlich voneinander getrennte Veranstaltungen gestreckt wurde. Heute Morgen, als ich zu Bett ging, konnte ich kaum glauben, dass ich erst einen Tag wieder hier bin. Ich habe von dem, was zu schaffen sein sollte, nämlich das Schreiben an meiner Examensarbeit, zwar deutlich abgekommen. Aber das war auch gut so. Ein letztes gemeinsames Frühstück in der Uni-Gruppe bei Antje, Dampferparade im morgendlichen Sonnenschein mit Annika auf der Mole des Yachthafens, Tee bei Heidi und Bruno, Mittag und anschließende Besprechung mit Ira an der Uni, danach wollte ich eigentlich in die Bude. Aber da waren so viele nette Kommilitonen mit denen ich unbedingt noch sprechen musste. Marco macht noch schnell den Vorschlag, einen Leistungsnachweis zum Schwimmlehrer im nächsten Semester zu machen, Anni organisiert für den Flex (mein Auto) einen Werkstatttermin mit Frühstück am Freitag bei ihrer Oma. Antje überredet zum Strandbesuch statt Schreibtisch und schleppt mich und Anni an einen wunderschönen Fördeabschnitt, wo wir picknicken und baden bis Jürgen mit seiner Erstfrau auftaucht und die Mücken mitbringt. Danach schnell als Taxi die Frauen nach Hause bringen und etwas an der Examensarbeit schreiben. Aber nein, ein Anruf von Julia zwingt uns noch, ihrem Grillabend beizuwohnen, wo wir noch Mati treffen. Nach kurzer Zeit, dann wirklich ab nach Hause und dort arbeiten, aber Jürgen hat mehr Spaß an einem Bier und wir sitzen bis … in der Bude um zu klönen.
Dieser Tag war super und mehr wert als so manche Urlaubswoche. Der Abend zuvor begann schon toll mit einen super Jazz Konzert (Jazzbar Hamburg) dass Kostia organisiert hat und bei dem David mitgespielt hat. Das nächste Konzert in Hamburg werde ich gerne wieder aufsuchen. Ist vielleicht eine gute Sache, um den Prüfungsstress dann zu bewältigen und auch Frank mal wieder zu sehen.
Der anschließende Spaziergang am Hafen und die Bierchen am Nordermarkt taten ihr übrigens für einen gelungenen Einstieg in die letzte Uni-Woche.
Und jetzt? Jetzt werde ich mal eine Stunde an der Arbeit arbeiten, bevor dann die Prüfungsthemen der nächsten Herausforderung diskutiert werden.
See you

Montag, 16. Juli 2007

Erlebnispädagogik

Das war dann wohl meine letzte universitäre Veranstaltung, wenn ich nicht noch ein besonders interessantes Wochenendseminar zu Beginn des nächsten Semesters finde. Aus dem Bereich der Erwachsenenbildung wurden zwei halbe Tage Outdoor-Erlebnis erarbeitet und organisiert. Im Stadtpark von Neumünster führten wir einige Spiele durch und lernten viel über Kommunikation und einiges über Teamwork. Ich ging mit diversen Schmerzen nach Hause, denn Simon hatte mich zum Frisbee werfen motiviert, damit wurde der Muskelkater im rechten Arm erzeugt. Einige Spiele hatte viel mit Laufen zu tun, so dass ich jetzt auch weiß, meine Beinmuskulatur braucht mehr Training. Und die linke Schulter mitsamt Arm litt (und leidet) unter einem Sturz auf nassem Rasen. Aber allmählich kann ich mich wieder bewegen. Das Wochenende nach diesem Seminar habe ich jedenfalls sehr gebraucht, um mich für die letzte Uni Woche zu erholen. Trotz dieser Beschwerden kann ich solch ein Training absolut empfehlen. Gerade zu Beginn der Zusammenarbeit von Gruppen, sei es im Betrieb, in der Uni oder in der Berufsschule, kann hier innerhalb von zwei Tagen ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugt werden. Für mich war es aus zwei Motivationen heraus, neben dem Spaß, besonders interessant. Ich konnte erleben, dass Erlebnispädagogik nicht nur Spiel und Spaß ist, wenn die Inhalte aufeinander aufbauend geplant und durchgeführt werden. Zum Zweiten konnte ich einen Eindruck gewinnen, wie sich junge Erwachsene in so einer Gruppe einbringen, wie der „normale“ Tagesablauf Dieser ist und an welchen Persönlichkeitsmerkmalen ich eine Unterscheidung zu älteren Erwachsenen vermeintlich erkennen kann. Ich hoffe, dass ich es schaffe, dieses Erlebnis in der Lehreraufgabe (ab August) nutzen zu können. Diese Zwei Tage in Neumünster haben mir jedenfalls viel Freude gebracht und erneut gezeigt, dass eine erfolgreiche Gruppenbildung kein Zufall sein muss.
See you

Dienstag, 10. Juli 2007

Schäuble, jetzt sollte man ihn bremsen

Lange Zeit habe ich das gar nicht so richtig ernst genommen. Das Geschwafel konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Ist das Populismus um den rechten Rand der CDU/CSU Wähler nicht zu verlieren? Oder meint unser oberster Polizist das wirklich ernst.
Der Spiegel hat online eine schöne Zusammenstellung der verbalen Ausfälle unter Spiegel-Online dargestellt.
Und sie zeigen auch auf, dass der Vorgänger Schily auch nicht viel zurückhaltender war. Und der war sogar noch von der SPD. Ist es also notwendig, für die innere Sicherheit immer die „Fachleute“ zu verpflichten, die den größten Sicherheitstechnischen Bedarf haben. Müssen die immer besonders Menschenrechte und Freiheiten in Frage stellen? In den USA hat das ja mittlerweile Tradition, so dass man dort schon weiter ist bei dem Rückbau der Menschenrechte. Die schaffen es ja sogar noch, nebenbei die Einhaltung der Menschenrechte als Voraussetzung für politische Zusammenarbeit oder wirtschaftliche Hilfe zu fordern. Natürlich nur von den anderen.
Wenn nun der gute alte Bush auf Schäuble aufmerksam wird, dann werden wir entweder posthum zu Brüdern in der Not erklärt oder aber abgestraft.

Die Überschriften der letzten Schäuble-Wochen:
Gezielte Tötung von Terroristen
In-Gewahrsamnahme potentieller Terroristen
Einsatz der Bundeswehr im Inneren
Zur Möglichkeit, von Terroristen gekaperte Flugzeuge im Notfall abzuschießen
Rasterfahndung
Allgemeine Bedrohungslage für Deutschland durch islamische Terroristen

See you,
wenn nicht, wurde ich online durchsucht.

Montag, 9. Juli 2007

Virtuell kurzes Wochenende

Wenn ich auf meine Zeit als Angestellter zurückblicke und dann am Donnerstag Nachmittag nach Hause kam, dann war das immer ein schönes langes Wochenende. Jetzt, als Student ist das ein schönes kurzes Wochenende geworden. Ich weiß nicht, was schneller vergeht, die Woche in FL oder das WE zuhause. Dabei habe ich diesmal kaum etwas für die Uni getan. Ich musste grade mal zwei Stunden, neben dem einzigen Fernsehabend der letzten Wochen, ein schönes, fertig ausgearbeitetes Handout komplettieren. Das hat mir zwei Tage Arbeit gespart, nehme ich an. Wenn der Dozent das so akzeptiert, dann war das die letzte schriftliche Arbeit für das erste Examen. Jetzt nur noch die Hausarbeit und zwei schriftliche und drei mündliche Prüfungen. Danach wird dieser schöne Lebensabschnitt zu Ende sein. Das macht mich traurig, nachdenklich und auch ein wenig stolz, diesen Weg gegangen zu sein. Die Krise der „Zeit danach“ setzt aber tatsächlich ein. Was wird folgen? Werde ich zu einem „normalen Arbeitsleben“ fähig sein? Kann ich diese Erfahrungen aus dem Studentenleben mit gerechtem Anteil in mein Familienleben einbringen, ohne Familie, Kollegen und „alte“ Freunde zu sehr zu belasten, mir aber trotzdem treu zu bleiben?. Ich werde es am Experiment erleben. Meine Motivation werde ich sicher vorerst an der Schule finden. Meinen Chef habe ich Freitag noch getroffen und die Aufgaben als Klassenlehrer besprochen. Meinen Lehrplan kenne ich, meinen Kollegen, der auch neu an der Schule sein wird allerdings noch nicht. Ich hoffe, wir lernen uns noch kennen, bevor ich die erste Unterrichtsstunde mit ihm zusammen geben kann. Wäre schon dumm, wenn wir für unsere „differenzierte“ Klasse zu unterschiedliche Ideen der Pädagogik vertreten. Differenziert heißt hier, das wir das erste Lehrjahr die Mechatroniker und Elektroniker für Betriebstechnik in einer gemeinsamen Gruppe unterrichten und nur Freitags die erste Doppelstunde aufteilen. Herr S. macht Metalltechnik (Mechanik), während ich dann den speziellen E-Technik Anteil der Elektroniker abdecke.
Aber Das WE war schön, nur zu kurz. Gestern Abend endlich mal wieder bei einer ausgiebigen Tasse Tee und einem guten Gespräch beendet, zuvor vom Sturm erlegte Bäume entsorgt, Autos repariert (versucht), Kinderfest, Feuerwehrfest, Familieneinkauf, Poolplanscherei und viel spielen mit Kim. Das reichte dann auch. Gleich geht es zum Montag Frühstück. Das ist mir immer noch extrem wichtig und nimmt einen wichtigen Teil in diesem Studium ein. Wie ersetze ich das bloß ab August?
See you

Freitag, 6. Juli 2007

Wochenende

Ja, Wochenenden von Studenten fangen oft schon Freitags an, manchmal auch schon am Donnerstag. Das ändert sich dann bald. Ab August arbeite ich dann Freitags. Allerdings nur Freitags. Den Rest der Woche werde ich spielen, basteln, schlafen, träumen, surfen, Weblog schreiben, Klausuren vorbereiten und für die mündlichen Prüfungen büffeln. Ich hoffe, das zumindest die Examensarbeit dann bereits fertig geschrieben ist. Und ich muss wohl den Unterricht vorbereiten. Dazu hatte ich Heute einen Termin mit meinem zukünftigen Chef. Den Lehrplan, wie ihn die Schule selber kreiert hat kenne ich jetzt. Hier kommt eine völlig neue Dimension bei der Planung hinzu, die ich von der Uni her noch nicht kannte. Die Lernfelder werden Lernbereichen zugeordnet, die in etwa vergleichbar sind mit den früheren Fachbereichen. Aber Fachunterricht gibt es nicht mehr. Es gibt jedoch Noten für die Lernbereiche. Diese Lernbereiche müssen dann möglichst in den zugeordneten Halbjahren durchgearbeitet werden, was im Prinzip bedeutet, dass mir vorgegeben ist, wann ich welche Lernfelder abzuschließen habe. Eine Zuordnung der Lernfeldanteile an Geschäftsprozesse, wie es die Arbeitsprozessorientierte Berufsbildung heute (nach Flensburger Lesart) gerne hätte, ist somit undenkbar. Die Noten für die Lernbereiche werden nur einmal vergeben und erscheinen dann im Zeugnis. Ich muss mir noch mal Gedanken machen, wie ich diese Zeugnisstruktur dann meinen Schülern erkläre, damit ich und sie das dann auch verstehen. Schön ist auch, dass ich meine Schüler dann den kompletten Freitag haben werde. Mechatroniker und Elektroniker für Betriebstechnik. Die ersten beiden Stunden wird differenziert und ein Kollege der Metallabteilung (auch neu) wird die Mechatroniker unterrichten. Währenddessen kann ich den Elektronikern das beibringen, was die Mechatroniker nicht wissen sollen. Danach Politik, Wirtschaft und die gemeinsamen Anteile der verschiedenen Lernfelder beider Berufe.
Der erste Tag wird spannend. Wir müssen als Neulinge den Schülern die Schulorganisation, das Gelände, den Vertrag und das Umfeld erklären. Dabei kenne ich noch nicht mal meinen Kollegen. Den werde ich wohl erst in der ersten Schulwoche kennen lernen können.
Heute war es anstrengend, ohne das ich weiß warum. Ich hoffe, das ich nicht krank werde. Aber es fühlt sich so an. Etwas Möbel rücken, schreiben, mit dem Chef treffen, einkaufen, spielen, wieder Möbel rücken und schon bin ich todmüde. Gleich gehen wir zum Feuerwehr Grillfest. Mal sehen, wie lange wir durchhalten. Mit einigen Bieren sieht die Welt dann bestimmt wieder flensburgerischer aus.
See you

Donnerstag, 5. Juli 2007

Tupperparty in der Männer WG

Das war ein lustiger Abend, zumindest für mich. Einige Gäste behaupten das auch, andere schliefen einfach ein. Der Tupperman hat sich aber sicher geärgert, dass er keinen Umsatz gemacht hat. Der war aber auch schlecht. Vom Verkaufen hatte er keine Ahnung oder zumindest einen sehr schlechten Tag. Auf uns als Zielgruppe ist er jedenfalls nicht eingegangen. Das hätte ich ja besser hinbekommen und wenn die nette Bäckereifachverkäuferin von Jürgen das übernommen hätte, dann wäre da auch ein riesiger Umsatz erfolgt.
Nun gut, es waren zwar nicht alle dabei, die sich angesagt hatten, dafür passten wir dann auch locker in mein Zimmer. Es wäre sonst sehr eng geworden. Schön, dass Jan und Olli sich auch mal zu uns verirrt haben. Bin mal gespannt, ob die auch mal wiederkommen oder jetzt völlig geschockt sind. Was solls?
Jetzt bin ich müde, wäre bei der heutigen Disputation fast eingeschlafen. Das war die erste Disputation, die ich miterlebt habe und ich habe kaum etwas vom Sinn der Doktorarbeit verstanden. Die Bewertung war aber gut, so dass dieses Unverständnis an mir gelegen haben muss.
Nett auch das Essen in der Mensa, endlich mal wieder mit Andrea plauschen und einen neuen interessanten Literaturtipp bekommen, nur habe ich den Namen des russischen Pädagogen schon wieder vergessen. Zum Glück leiht sie mir das Buch.
Ach ja, Rückreise aus Wales. Ich hatte mir noch einige Stunden Cardiff angesehen, habe das Bahnsystem von Wales genutzt und war überrascht, wir wenig Verspätung zustande gekommen ist. Trotz Terroralarm ist auch der Flieger dann nur mit 30 Minuten Verspätung gestartet und wir haben mit Joggingeinlage in Amsterdam unseren Anschluss gerade noch erreicht. Unser Gepäck allerdings mal wieder nicht. KLM könnte langsam damit werben „wir bringen Ihnen ihr Gepäck, sie brauchen nicht schleppen“
See you

Sonntag, 1. Juli 2007

Das Letzte aus Wales

Nun sitze ich wieder in dieser wunderschönen, uralten Küche im Keller des historischen Gebäudes von Jenny. Sedrik, der Restaurantbesitzer von Vorgestern Abend liegt in irgendeinem Bett und wird vermutlich nicht mehr wissen, wie er hergekommen ist. Jenny würde ich zutrauen, dass sie schon wieder unterwegs ist, aber vernünftigerweise sollte auch sie noch schlafen. Der Abend war noch mal ein toller Abschluss dieses Kuztrips nach Wales. Beginnend mit Ole und Ole, die unbedingt im Rugby Stadion von Pontypridd fotografiert werden mussten. Sie kommen jetzt in die örtliche Presse, sobald meine Fotos bei Jenny ankommen. Und alles nur wegen des Bieres mit dem Namen „Ole’“? Nein, wegen Jenny und ihrer Kontakte. Eine meiner Aussagen von gestern muss ich verändern. Nach weiteren empirischen Studien in verschiedenen Pubs habe ich mindestens zwei auch aus meiner Sicht attraktiven Frauen gefunden. Nach eigener Aussage sind sie echte Walserinnen. Dies beweist mal wieder, dass man nur lange genug suchen muss, um zu finden, was man braucht oder möchte. Was ich aber zu schätzen weiß ist, dass die Menschen hier, zumindest die in den Pubs, deutlich offener sind als in Deutschland. Mit jedem kommt man sofort ins Gespräch. Und dabei geht es dann nur sehr selten um den Beruf. Ich weiß nicht mehr viele Namen, ich weiß auch nicht, wie viele Menschen ich sprechen konnte, aber oft ging es um die Unabhängigkeitsbestrebungen von Wales gegen UK, die Ungleichbehandlung und die Freude daran, mit anderen Nationen in Kontakt zu sein. Auch Rugby ist ein großes Thema hier.
Als ich eben aufwachte, dachte ich doch glatt daran, meine Politikprüfung über die Föderalismusbestrebungen von Wales zu machen. Aber dazu brauche ich neben meinen Kontakten hier auch Material. Wenn es das auf Deutsch gibt, dann werde ich das wohl versuchen. Zu erwarten ist aber eher Englisch oder Walesh.
Jenny schreibt auch grad an einem Buch, gemeinsam mit Graham. Eines von vielen seiner Bücher. Es geht um die Evaluation von e-learning Programmen. Welche Methoden sind möglich und sind die verwendbar? Wäre interessant für meine Examensarbeit. Hat nur zwei Probleme, denn das Buch wird wohl erst nach meiner Examensarbeit fertig. Außerdem in Englisch geschrieben, so dass ich sehr lange lesen muss, um zu verstehen, was gemeint ist. Interessant auch, das das letzte Buch von Jenny ein „Ratgeber“ ist, wie Meetings für Evaluationen durchzuführen sind. Jetzt weiß ich auch, warum Jenny manchmal so genervt wirkt. Sie weiß (hat es zumindest mal niedergeschrieben), wie Meetings und Evaluationen ablaufen sollten.
Ach ja. Internet schützt vor Vereinsamung, statt sie zu fördern. Das erlebe ich grad, beim nebenbei Chat mit Bea. Aber Trotz Internetzugang ist man von der Inforation der Welt irgendwie befreit, wenn kein Radio läuft. Gestern Abend habe ich durch Zufall (Gespräch) von den Terroranschlägen in UK gehört. Im Netz suche ich einfach nicht nach Nachrichten. Ich schreibe sie oder bekomme sie geschickt. Mehr nicht.
See You

Samstag, 30. Juni 2007

Learning in Wales

Wales ist hilfreich, denke ich. Es regnet viel, die Landschaft ist ein bisschen wie im Harz, die Menschen haben ihr (sehr) eigenes Aussehen. Stark Übergewichtige, auch Kinder, sehe ich hier deutlich mehr als in Deutschland, wo wir doch schon die „dickste“ Nation sein sollen. Der Rest von UK ist da vielleicht ausgleichend. Aber die Menschen scheinen sich hier zu mögen, ich kann jedoch nur sagen, dass die aus meiner Sicht attraktiven Frauen, wenn man mal ein Gespräch führen kann, meist aus anderen Regionen zugereist sind. Aber das ist auch nicht wirklich wichtig, aber auffallend.
Viel wichtiger sind die Erfahrungen hier. Über das europäische Projekt habe ich ja schon häufiger geschrieben. Die Arbeitsweise des Projektteams kennen zu lernen ist spannend, zumal ich das ganz gut mit eigenen Erfahrungen aus meinem Berufsleben (damals) vergleichen kann. Es gibt einige Unterschiede, aber viele Parallelen der Projektarbeit. Effektivität hängt auch von der Planung ab. Das Ziel sollten alle Partner verinnerlichen und gemeinsam verfolgen, Termine müssen eingehalten und Aufgaben verbindlich festgelegt werden. Klassische Projektmanagement halt. Aber wichtiger ist, zu wissen, was das Projekt eigentlich soll. Outputorientierung ist zwar der Auftrag der EU, aber vom wissenschaftlichen Punkt aus gesehen ist es scheinbar wichtiger, das Ziel auch mal ignorieren zu dürfen und wenn nötig andere Wege einzuschlagen.
Die Diskussion mit Jenny, einer schon etwas älteren Professorin (denke ich), die seit Jahren in der Ausbildung von Lehrern hier in Wales arbeitet ist sehr spannend. Man merkt, dass sie ihren Beruf, das Lehren vom Lernen lassen, sehr gern macht. Sie hat darin lange Erfahrung und ist nebenbei immer wieder an verschiedensten Projekten im Bereich der Education beteiligt. Sie bildet sogar in Deutschland die Trainer von Lehrern aus. Nach einem sehr langen Gespräch (in Englisch, nicht in Welsh, habe ich viel neues zum Nachdenken im Kopf. Einige meiner Gedanken und Ideen für die Zukunft als Lehrer wurden aber zumindest eher bestätigt als widerlegt. Die Idee einer Art Montessori-Pädagogik für Erwachsene habe ich herausgehört. Selbstlernen durch das Schaffen der geeigneten Umgebung, wie ich sie auch in einer der letzten Ausarbeitungen beschrieben habe, kam hier wieder auf den Tisch. Auch die Frage, was die Klassifizierung von Ausbildungsprofilen mit dem Lernerfolg und der Qualität der Ausbildung zu tun habe ist es Wert, weiter durchdacht zu werden. Lehrer dürfen sich nicht überschätzen, sie sollten nicht alles vorgeben, damit die Schüler eine eigene Entwicklung durchmachen können. Schön, dass eine Trainerin der Trainer so etwas vertritt. Etwas gegenteiliger Meinung sind wir jedoch bei dem Nutzen von Videotechnik zur eigenen Weiterbildung als Lehrer. Ich bin der Meinung, ein Video meines Unterrichts kann ich gut als Spiegel nutzen, um zu erkennen, wie ich mich gebe, bewege und benehme. Ich kann damit das Feedback meiner Schüler hinterfragen. Jenny meint, das Videos falsche Eindrücke hinterlassen. Sie sind zweidimensional und stellen alle Nebengeräusche als gleichwertig mit dar. Es kommt sowieso nicht wesentlich darauf an, wie sich der Lehrer benimmt, es kommt nur darauf an, wie gut er seinen Schülern die Lernmöglichkeit verschafft. Das Video setze sie nur ein, wenn ihre Studenten das unbedingt wollen. Sie filmt dann aber die Schüler statt der Lehrer (Studenten). Danach wird analysiert, was die einzelnen Schüler während des Unterrichts machten, vermutlich gedacht haben…. Der Lehrer lernt dann, vermehrt auf die Schülerreaktion zu achten. Eine gute Idee, mit der wir beide zufrieden waren ist es wohl, zwei Kameras zu nutzen und die beiden Videos dann synchron zu verarbeiten. Da kommen wieder mehr Kosten auf mich zu. Obwohl, gestern Abend in dem Pub hat mir Chris noch von einer 60 Euro Kamera (Webcam mit schwenkbarem und zoombaren Objektiv) erzählt, die sich gut direkt nutzen lässt. Dann sind die Videos auch gleich so klein, dass man sie in –learning Plattformen nutzen könnte.
Was noch. Ich bin nass geworden bei meinem dreistündigen Spaziergang. Meine Hose trocknet über dem Kamin, Menschen habe ich beobachtet, die Zugverbindungen für morgen gecheckt und nachher wird es wohl wieder in den Pub gehen. Die welschen Poolbillard Regeln durfte ich gestern ja auch noch erlernen. Vielleicht gewinne ich heute ja auch mal.
Ach ja, Dienstag soll ich ja noch etwas präsentieren. Da werde ich jetzt mal ein wenig vorbereiten.
See you

Suche im blog

 

Aktuelle Beiträge

Finanzamt
Die machten schon immer wie es für sie am besten passt.
Weiterbildung (Gast) - 31. Jan, 10:00
welcher Verbraucher achtet...
Selbst die reichen Verbraucher unserer westlichen Welt...
msa - 15. Nov, 23:20
Globalisierung
Ich denke im Prinzip ist die Globalisierung nicht schlecht...
Christian (Gast) - 2. Nov, 18:23
Mr Vertigo
eine Kurzbeschreibung: Im Jahr 1927 hat der Jahrmarkt...
Marianne Kempel (Gast) - 8. Okt, 14:22
Mr Vertigo?
Worum geht es denn da? Woher kennst Du "Tod und Teufel"?
msa - 7. Okt, 19:09

Web Counter-Modul

Archiv

Juni 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

Berufsplanung Lehrer
Formalismus
Handwerk
Hausarbeit ET
Pädagogik
Politik
Privat oder so
Schwimmlehrer
Studium
Vorbereitungsdienst
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren