Berufsplanung Lehrer
Der Spaß eines jeden Lehrers? Manchmal bereitet es ja Freude, zu sehen, dass die Schüler den Inhalt verstanden haben. Manchmal ist es aber auch traurig, wenn man merkt, dass fehlendes Verständnis zum Versuch des Auswendig Lernens geführt hat. Auf jeden Fall kann man an den Klassenarbeiten ganz gut erkennen, welche Themen noch einmal durchgesprochen werden sollten. Wenn es nur dazu notwendig ist, sich den Korrekturmarathon anzutun, dann sollte ich andere Wege dahin finden.
Denn der Frust steigt von Blatt zu Blatt. Die Finger sterben allmählich ab, die Antworten mag ich nicht mehr lesen und die Schrift der Schüler wird auch nicht viel besser. Da ist es schön, sich zu sagen: morgen ist ja auch noch ein Tag, jetzt noch eine und morgen den Rest. Wenn dann die letzte Arbeit auch noch die bisher beste ist, dann werde ich sogar wieder glücklich.
Immerhin habe ich heute trotz Arzttaxi, Waschmaschinenkauf, Schornsteinfegertermin und Beratung für eine neue Heizungsanlage noch die Zeugnisse beschriftet und etwa die Hälfte der letzten Klassenarbeiten korrigiert. Jetzt schnell noch was essen und dann zur Feuerwehr. Dienstabend und Werbung für den Erste Hilfe Lehrgang im Februar machen.
Morgen mache ich erstmal eine Betriebsbesichtigung. Mal schauen, was ein Mechatroniker eigentlich den ganzen Tag macht. Danach wieder Klassenarbeiten und Zeugnisse.
See you
msa - 21. Jan, 18:42
Heute kam ein Brief der Uni. Im ersten Moment dachte ich, das wäre wieder eine Mahnung für ein noch nicht zurückgegebenes Buch. Aber Mittlerweile dürften die wieder alle in der Bibliothek stehen.
Es war aber die Info darüber, dass mein Diplom zum Berufspädagogen zur Abholung bereit liegt. Also machte ich mir gerade ein Bier auf und stieß mit Bea an. Zur Diplomfeier wollte ich Jürgen zumindest noch telefonisch einbinden, aber der ist bei seiner Feuerwehr. Schade, diese Benachrichtigung per Brief ist mir lange nicht so viel Wert wie die feierliche Übergabe des ersten Staatsexamens. Auch wenn dieses Diplom eigentlich mehr Wert hat, denn es bedeuten eine fertige akademische Ausbildung zu haben. Jetzt kann also ein weiteres Diplom auf die Visitenkarte. Interessant dabei ist aber, dass ich erst 15 Jahre nach dem Dipl. Ing. eine Visitenkarte mit diesem Vermerk fertigen ließ. Denn erst dann hat es mir berufliche Vorteile und entsprechend Einkommen eingebracht. Mal sehen, wie ich das bei dieser Urkunde halte.
Einen gewissen Stolz kann ich aber nicht leugnen, wenn auch dieses Diplom eher ein leicht zu erlangender zusätzlicher Abschluss war. Das Beste daran ist, dass die zusätzlich besuchten Seminare mein Interesse fanden und mir im Bereich der Pädagogik mehr und unterschiedliche Einblicke einbrachten als die Pflichtseminare. Ich kann nur jedem raten, während des Studiums so viele interessante Vorlesungen wie möglich zu besuchen. Die Reduzierung auf das Nötige für den Abschluss ist meiner Meinung nach Zeitverschwendung. Im beruflichen Alltag sind die Möglichkeiten zur Weiterbildung deutlich schwerer zu finden. Meist wird es teuer, ob nun für den Lernenden oder den Betrieb. Rückblickend konnte ich während meines bisherigen Berufslebens durchschnittlich zwei Weiterbildungen pro Jahr genießen. An der Uni brauchte ich mich meist nur in den Seminarraum zu setzen und die Zeit zu nutzen. Das ist/war einfach genial.
Ich bin mal gespannt, wie das im Berufsleben als Lehrer sein wird. Zuerst einmal beobachten, was ich im Vorbereitungsdienst so lernen kann.
See you
msa - 19. Jan, 21:32
Es ist schon erstaunlich, wie viel Spannung ein neuer Erdenbürger in das Leben bringt. Sicher ist auch die „arbeistfreie“ Zeit mit Schuld an der Spannung dieser Tage. Wenn man wenig zu tun hat, dann wachsen die Arbeitsberge an. Ist komisch, aber stimmt seit Anfang Dezember.
Woran liegt das? Einige Gespräche habe ich dazu schon führen können. Sicher ergibt das keine ausreichende empirische Untersuchung, aber einige Gedanken will ich hier aufschreiben.
Man lässt sich zur Aufgabenerledigung mehr Zeit, was gründlicher und meist umfangreicher wird als es eigentlich nötig ist. Verglichen mit der Arbeitszeit, die sonst für gleiche Aufgaben gebraucht wurde wird man ineffektiver. Auch werden Dinge angepackt, die sonst nicht so wichtig waren. Liegengebliebene Sachen benötigen aber auch Zeit zur Erledigung. Auch kann man es sich ja leisten, mehr Zeit für schlafen, fernsehen, lesen und spielen zu verwenden. Hier zeigt sich, das gerade das TV ein Zeitkiller ist. Aber auch Hörspiele erhalten Zeit und können genossen werden.
Gerade hat Bea einen Brief vom Ministerium für Bildung hereingebracht. Es sieht so aus, als wenn ich demnächst wieder weniger Zeit haben werde. Obwohl, wenn Jürgen Recht hat, dann schalte ich bei Anforderung wieder um und werde in gleicher Zeit wieder mehr schaffen können. Das war im alten Job und während des Studiums ja auch so.
Diese Woche war sowieso eine Ausnahme. Sonntag Abend konnte ich nach FL fahren und bis Montag Abend bleiben. Neben der Schwimmausbildung blieb auch viel Zeit für Freunde und mich. Das war erholsam. So gestärkt hätte ich die Woche gerne durchgestartet, aber am Montag Abend kam ein grippaler Infekt hoch, der mich bis heute quält. Also wurde nur eingeschränkt gearbeitet und viel geschlafen. Zum Glück ist die Stimme rechtzeitig zum Unterricht morgen wieder da.
Morgen gibt es dann viel Unterricht durch die Schüler, denn die ganze WiPo Einheit wird durch sie selber gestaltet. Vier Vorträge zu aktuellen Themen und eine Seminargestaltung zum Thema Freizeitgestaltung. Ich bin gespannt, wie das wird.
Danach gibt es noch eine letzte Klassenarbeit für dieses Halbjahr und eine kleine Lehrerkonferenz zur Notengebung. Dazu dann aber später mal mehr. Ich muss morgen die Kollegen mal fragen, ob das Noten geben immer so anstrengend ist, wie es mir derzeit vorkommt.
See you
msa - 17. Jan, 18:14
Ist eine harte Sache. Sowohl für den Lehrer als auch für die Schüler. Der Lehrer hat keine volle Kontrolle über den Unterrichtsverlauf und die Schüler können sich nicht so einfach darauf verlassen, dass ihnen jemand alles erzählt.
Am letzten Schultag vor den Winterferien haben wir sechs Stunden für Technologieunterricht zur Verfügung gehabt. Da es immer Freitag und einen Teil davon immer Nachmittag ist, wenn ich meinen Unterricht zu „halten“ habe, sind neben Fachthemen auch Motivation und Entertainment wichtig. Eine gute Möglichkeit, mal was aufwändigeres zu versuchen. Die Schüler sollten dabei mehrere Kompetenzen gleichzeitig erweitern.
Erstens, wie erarbeitet man ich in kurzer Zeit ein neues Fachthema?
Zweitens, wie präsentiere ich Kollegen ein neues, schwieriges Fachthema?
Drittens, wie schaffe ich es eine Gruppe so zu organisieren, dass in kurzer Zeit eine Lösung zu finden ist?
Viertens, wie kann es funktionieren, dass die Gruppe ein gemeinsames Handout erstellt, ohne dass sie dazu in der Schule Gelegenheit hat.
Am gestrigen Tag wurde dann die Spontaneität auf die Probe gestellt. Das Handout musste von der Gruppe den anderen Schülern vorgestellt werden. Zum Überfluss sollten sich die Schüler auch noch gegenseitig bewerten. Die dadurch ermittelte Note ist nach der Auswertung, die ich gerade fertig gestellt habe, zutreffend für die erbrachten Leistungen.
Was wurde gelernt? Ich hoffe, die Selbsteinschätzung, das Verantwortungsgefühl für andere Teammitglieder und das Selbstvertrauen wurde gesteigert. Natürlich sind Fachinhalte zum Bereich Netzteile und Spannungsquellen selbständig und damit nachhaltiger als durch Vortrag, erarbeitet worden.
Ich habe die Hoffnung, dass die teilweise mangelhafte Verlässlichkeit bei der Erledigung von Hausarbeiten oder Terminsachen jetzt nachlässt. Auch die beiden nicht vorbereiteten Fachvorträge in Wipo haben zu Mehrarbeit für die Betroffenen geführt. Dadurch kann die nächste WiPo Stunde noch mehr von Leistungen der Schüler profitieren. Ich bin mal gespannt, was die so zum Thema Freizeitgestaltung zusammenstellen. Wie sie sich untereinander abstimmen und wie die gesamte Klasse in den „Unterricht“ eingebunden wird.
Nebenbei. „Mein“ Personalchef hat mich angesprochen und versichert, dass ich ab Februar meinen Vorbereitungsdienst beginnen kann. Ich müsste bald Poast vom Ministerium erhalten. Auch mein Geldgeber ist schon nervös und will die Unterlagen sehen. Aber so schnell arbeiten die bürokratischen Mühlen nicht.
Ach ja, noch was: Heute kann nach vier Monaten die erste richtige Rechnung von meinem Telfonanbieter. Ist ja auch schon was. Es gab sogar Geld zurück.
See you
msa - 12. Jan, 23:17
Gestern Abend hatte ich mich entschlossen, meine ICQ Daten auf die Kommunikationsplattform der Schüler zu setzen. Vielleicht bietet das eine intensivere Basis des Austauschs untereinander. Danach habe ich einen Chat Client gesucht, der verschiedene Plattformen bedienen kann. Mal sehen, wo ich mich noch so anmelden muss, damit mich möglichst alle Schüler erreichen können. Der Lehrer sollte Kommunikation ermöglichen, dabei aber nicht im Mittelpunkt stehen. Das habe ich mal irgendwo gelesen und verinnerlicht. Wenn die Schüler miteinander kommunizieren, dann bringt das ihnen sicher mehr, als wenn ich die Kommunikation zu steuern versuche. Ich bin mal gespannt, wann wir es schaffen können eine Projektarbeit auf elektronischem Wege zu steuern. Die letzte Gruppenarbeit in realer Umgebung war ja noch nicht so gut angelaufen. Die Startschwierigkeiten haben sich aber bei fünf der sechs Gruppen schnell in ein gemeinsames Streben nach guten Ergebnissen gewandelt. Die sechste Gruppe hat nicht wirklich gemeinsam gearbeitet.
Es erscheint mir immer eine Gratwanderung zu sein, zwischen angestrebter Eigenständigkeit und Selbstorganisation und dem Verlust der Kontrolle über den Unterrichtsverlauf. Diese Befürchtung ist latent vorhanden, aber eigentlich unbegründet. Ich muss nur immer ausreichend Zeit mitbringen und geben, dann werden auch Resultate erreicht. Ob die Ergebnissicherung dann immer schon so klappt, wie angestrebt, das ist noch offen. Mal sehen, wie die Handouts der Gruppenarbeiten am 10.1. aussehen. Ich denke ja daran, einen unangekündigten Kurztest schreiben zu lassen, nur um zu sehen, wie viel der erarbeiteten Inhalte der letzten Unterrichtseinheit eigentlich auch im Gedächtnis geblieben sind. Aber vielleicht finden sich auch andere, angenehmere Wege zur Evaluation.
Ein neuer Versuch im Januar wird sein, dass die Schüler selber die Fragen für die nächste Klausur zusammenstellen. Dass wird spannend.
Gerade habe ich die letzte WiPo Klassenarbeit zu Ende korrigiert. Ich muss nur noch die Noten berechnen. Das hat zuletzt richtig Spaß gemacht, weil ich gemerkt habe, die meisten Schüler haben sich gut vorbereitet. Oder aber der Inhalt ist schon während der Erarbeitung gut verarbeitet worden. Jedenfalls haben selbst die Schüler, die ich bislang als Leistungsschwächer eingestuft hatte, gute Ergebnisse erbracht. Einige andere Schüler habe ich allerdings vorher überschätzt. Oder haben sie sich selber überschätzt, so wie ich das auch manchmal mache?
Für den ersten Unterricht im nächsten Jahr sind also spannende und entspannende Dinge zu erwarten. Entspannend ist es, eine gute Klassenarbeit zurück zu geben, spannend wird es sein, das Dany den Unterricht beobachten will. Vielleicht kann ich sie ja für einen eigenen Part begeistern, so als VWL Spezialistin vielleicht was zu Sozialversicherungen?
Auch spannend, die Vorbereitung der letzten Klassenarbeiten und der e-learning Nachbereitung. Und dann will ich die Schüler noch mit dem Lehrplan konfrontieren, den wir schon sehr weit „abgearbeitet“ haben. Mal sehen, was die noch spezieller oder tiefer erlernen möchten.
Was mich noch stört ist, dass ich mir die nächsten Tage mal einen didaktisch methodisch geeigneten Weg überlegen muss, wie ich technisches Zeichnen einfach und anregend vermitteln kann. Das ist für mich eine Herausforderung, denn meine Lehrer haben mir leider nie die Begeisterung an diesem Thema vermitteln können. Auch wenn ich einige Monate beruflich damit zu tun hatte, aber das ist lange her.
Ein Problem des älter werden, man kann sich an vieles nur noch vage erinnern. Zum Glück vergisst man aber auch viele negative Erlebnisse, sonst würde das Leben wahrscheinlich irgendwann unerträglich werden.
Nun bereite ich mich noch auf den Geburtstag von Kim morgen vor und hoffe, dass Anne und Annika tatsächlich zu Besuch kommen. Kim ist auch immer so schön begeistert, wenn Annika da ist. Und Anne habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen.
See you
msa - 27. Dez, 23:32
Die Zeit bis Weihnachten und über die Festtage ist mir selten so kurz vorgekommen wie dieses Jahr. Nicht, dass ich das bedauern würde, aber es erstaunt mich, denn ich hatte kaum Stress. Weder wegen der Feiertage, noch wegen der Arbeit. Nur das übliche und die immer stärker werdenden Gedanken, ob das Leben so weitergehen sollte, wie es gerade ist.
Mein Arzt sagte mir letztens, dass die Chinesen davon ausgehen, dass sich die Ansichten und Lebensweisen jedes Menschen alle 14 Jahre verändern. Mit 14 in die Pubertät, mit 28 in Familiengründung, mit 42 in die Lebensüberdenkung (Krise?). Mal sehen, ob ich die 56 schon mal vorziehen kann. Was kommt dann?
Ich habe allerdings einen anderen Rhythmus in meinem Leben festgestellt. Meist wechselte ich nach sieben Jahren den Lebensstil oder den Wohnort oder die Arbeitsstelle. Jetzt wohnen wir seit etwas über sieben Jahren in unserem Resthof. Und es beginnt die Zeit des Grübelns, ob das alles noch so richtig ist. Wenn wir daran noch etwas ändern wollen, dann müsste es bald sein. Ein neuer Umzug kommt für mich nicht in Frage, wenn Kim erst in der Schule ist. Auch habe ich nicht besondere Lust darauf, das soziale Umfeld wieder neu aufzubauen. Mal weiter grübeln. Wenn das mit dem Job hier in der Nähe klappt, dann werde ich mir diesen Standortvorteil sicher noch sichern.
Morgen werde ich den Tag ohne Besuch dazu nutzen, die Klassenarbeiten vom 21.12. zu korrigieren und den Trabi zu untersuchen. Mal kritisch nachschauen, ob sich die Reparatur lohnt und der Wagen mich die nächsten zwei Ausbildungsjahre zu den Seminaren und zur Schule bringen kann. Günstig könnte es schon werden, wenig Leistung, kaum Versicherung und geringer Verbrauch.
Freitag kommt dann hoffentlich lieber Besuch und wir feiern Kims Geburtstag. Samstag dann wieder Besuch, endlich kommt Frank mal wieder vorbei. Und Dany wird vermutlich bis Mitte Januar bleiben. Sie will sogar mit mir zur Schule und sich den Unterricht anschauen. Feedback für mich und Einblick für sie. Vielleicht wird sie ja auch noch Lehrerin. Ich könnte mir das sehr gut vorstellen, denn sie nimmt die Menschen ernst und kann durchaus begeistern.
Mal sehen, was der Abend noch bringt. Beas Geburtstag noch genießen lassen und dann vielleicht in den Kreissaal fahren? Bea möchte ja noch nicht, aber wer hat diesen Termin schon in seiner Gewalt? Ich werde jedenfalls die nächste Zeit auf Bier und Wie verzichten, damit ich jederzeit das Auto steuern kann. Heute Morgen wäre es aber blöd gewesen, denn die Batterie war leer. Und erstmal Starthilfe geben lassen, wenn eine Geburt ansteht, dass wünsche ich mir nicht.
See you
msa - 26. Dez, 17:20
Heute war der letzte Schultag. Leider haben die Schüler sich heute nicht so verhalten, dass ich den Unterricht hätte früher enden lassen können. Irgendwie gab es immer genügend Verzögerungen im Ablauf ihrer eigenen Arbeitsgruppen, dass die Zeit nur so verstrich.
Zwei Probleme haben sich gegenseitig hochgeschaukelt. Zum Einen wurden die Arbeitsphasen zur Ergebniserarbeitung durch die Schüler immer weiter hinausgezögert. Zum Anderen wurden die Präsentationen durch das oftmalige Bestreben, sie möglichst kurz zu gestalten, so ungenau, dass es nicht ohne nachträgliche Information ging.
Was war heute falsch? Die Ergebnissicherung fehlt. Leider sind viele Schüler der Klasse noch nicht in der Lage, eine Gruppenarbeit und die darin erarbeiteten Ergebnisse auch als Unterrichtsinhalt zu werten. Die eigenständige Mitschrift erfolgt nicht. Eine Leistungsprüfung zum heutigen Inhalt am nächsten Schultag dürfte arge Probleme verursachen.
Zugegeben, die Arbeitsaufgaben waren herausfordernd, wenn auch die Schüler diese zum Teil anders sahen. Bleibt zu hoffen, dass die Nachbereitung, die als Hausaufgabe in e-learning Form angebracht und aufgetragen ist, die nötige Tiefe liefert. Die übernächste Unterrichtsveranstaltung wird schließlich die nächste Klausur darstellen. Danach gibt es dann schon Zeugnisse.
Zeugnisse zu erstellen ist auch für mich was neues. Aber darüber mache ich mir nach den Festtagen und der Geburt unseres nächsten Kindes mehr Gedanken.
Guten Rutsch
msa - 21. Dez, 22:08
Ist es nicht schön, wie ein Land wie Schleswig Holstein mittlerweile um seine Lehrer kämpft. Da gibt es Gesetze gegen den Berufseinstieg älterer Beamtenanwärter und nicht koordinierte Fristen zwischen Prüfungsleistungen vor dem Ministerium (erstes Staatsexamen) und Bewerbungsfristen für den Vorbereitungsdienst. Da gibt es „Abwerbungen“ anderer Bundesländer, die mit kürzeren Ausbildungszeiten oder besserer technischer Ausstattung locken. Und dann gibt es bemühte Mitarbeiter, die sich tatsächlich darum kümmern, dass wir angehenden Lehrer nicht abwandern. Das rechne ich dem Herrn hoch an. Da ruft er extra an, um mir zu sagen, dass mein Zeugnis einen Tag zu spät im Ministerium ankam, um noch für auf die erste Liste der Nachrücker zum Besetzungszeitpunkt Februar 2008 zu kommen. Er muss sich an die Gesetze halten. Aber er möchte doch sichergehen, dass ich nicht etwaigen Gerüchten aufsitze, dass ich nicht berücksichtigt werde. Es gibt eine weitere Liste, und da sei ich drauf. Ich solle mich bitte nicht nach Hamburg bewerben. Will ich ja auch gar nicht, zumindest nicht, wenn ich in Wohnortnähe arbeiten darf. Die Schule kenne ich jetzt schon, mein Abteilungsleiter ist satirisch genug, um sich wohl zu fühlen und auch der stellv. Schulleiter steht dem in nichts nach. Die weihnachtlichen Dienstbesprechungen sind da sehr wertvoll, um sich einzuleben. Ich freue mich derzeit wirklich auf die Arbeit. Morgen geht’s weiter. Mal sehen, was die Schüler zu meiner recht aufwendigen Arbeitsgruppenarbeit sagen.
Eines muss ich aber noch aufschreiben. Wie konnten andere Bewerber ihre Zeugnisse schneller nach Kiel übermitteln als ich? Alle Zeugnisse wurden vom gleichen Prüfungsamt elektronisch an das Ministerium übermittelt. Alle haben die Zeugnisse erst am 30.11. erhalten.
Aber was soll die Fragerei. Alles wird gut.
See you
msa - 20. Dez, 23:01
Wer immer mir erzählt, dass er ohne Arbeit glücklich ist, dem mag ich das glauben. Aber es ist auch ganz schön schwierig, nicht von einem System zur Erbringung von Leistung gezwungen zu werden. Letztens erzählte mir ein Feuerwehr Kamerad, dass er demnächst in Rente gehe. In seinem Job und in der Gemeinde ist er fest und aktiv eingebunden. Wie wird er das meistern. Er sagt: „ich habe genug zu tun“.
Ich habe auch genug zu tun, ich mache es nur nicht so effektiv wie im Job. Zu Zeiten des Studiums gab es immer Termine, zu denen eine Leistung abzugeben war. Das war manchmal Stress, aber es hat geholfen, viel, schnell und effizient abzuarbeiten. Im Nachhinein sind die geforderten Leistungen manchmal fragwürdig, aber halt für den Schein gefordert.
Jetzt, hier zuhause muss ich mich immer zwingen. Heute Morgen habe ich zwei Stunden in der kalten Werkstatt verbracht, was eigentlich immer sehr schön war. Ich habe auch was geschafft, aber zufrieden bin ich nicht. Da kam mir das Treffen in der Schule heute schon interessanter vor. Eine kleine Einstandsfeier von ehemaligen Referendaren, zusammen mit Abteilungsleiter, stellvertretendem Schulleiter und einigen Kollegen, die ich noch nicht kannte. Sich einzubringen, den Schulalltag zu diskutieren und sich die Belastungen der Lehrer und Referendare anzuhören war gut. Ich denke, das mich dieser Job wieder mehr unter Druck setzen wird. Alleine schaffe ich das derzeit nicht. Vor einigen Monaten noch hätte ich mich ohne zu zögern selbständig gemacht, im Moment traue ich mir das nicht mehr zu. Der innere Schweinehund ist zu stark geworden. Trotz schlechtem Gewissen wird nichts effektiv weggearbeitet. Vielleicht ändert sich das ja auch, wenn das neue Baby erst da ist, denn dann wird die Zeit zum Ausruhen nicht mehr da sein. Aber das ist dann ja auch mit der Freude an einem neuen Leben auf dieser Welt verbunden, für das wir Eltern im Allgemeinen ja alles geben. Die aktuellen Meldungen über Kindesmisshandlungen in Deutschland mal außer Acht gelassen.
See you
msa - 19. Dez, 23:14
Man mache was unbequem und schon kommen die Kritiker.
Das zeigt mir immerhin, dass es noch Leser des Blogs gibt. So schnell gebe ich auch nicht auf.
Dem Stromsparen durch schwarze Bildschirme gebe ich nicht so große Chancen. Selbst mit den vordefineierten Layouts von twoday lassen sich keine vernünftigen Seiten mit dunklem Hintergrund erstellen. Immer wieder können Buttons und Eingabefelder nicht erkannt werden.
Wie in der Politik wird halt auch bei mir der Umweltschutz zwar wichtig angesehen, aber nicht strikt zur Handlungsmaxime erkoren.
Interessant ist die enorme CO2 Belastung durch das Internet aber doch. Also: neben Flugbenzin jetzt auch Internet besteuern?
Zumindest werde ich meinen Rechner jetzt häufiger mal abgeschaltet lassen. Auch die Spaßssucherei bei google unterbleibt fürs Erste.
Andere Kompromisse wird es auch geben. Morgen möchte ich eine CAD Software schulen. In der letzten Nacht habe ich sie mir beigebracht und heute auf den Schulrechnern ausprobiert. Schade, dass sie dort ganz anders installiert ist als auf meinem Laptop. Das wird ein Spaß. Aufgabe für die Schüler: Eine Anleitung "Erste Schritte" zusammenstellen und in unser Schul wiki einstellen.
Das wiki nmmt allmählich Formen an. Auch der Klassen Weblog kommt langsam in Fahrt. Vielleicht muss ich noch etwas mehr Druck ausüben, damit die letzten nicht abgehängt werden. Es ist schließlich nicht zum Spaß. Ich habe recht viel zusätzliche Arbeit damit und versuche durch diese Technologien das Fachenglisch und die IT-Kompetenz zu vermitteln.
Und noch etwas könnte nun doch noch klappen. Die Erlebnispädagogit im Stadtpark von Neumünster. Ein Teil der Klasse würde mitmachen. Nur der gemeinsame Termin ist schwierig zu finden. Leider hat
PEP gerade dann keine Zeit, wenn die Azubis und ich Zeit hätten.
Mal sehen.
see you
msa - 27. Sep, 17:39