Schon wieder ist die Uni Woche vorbei. Das geht irgendwie zu schnell. Am Wochenende muss ich mal wieder in meinem alten Business arbeiten. Handwerklich in der Küche meiner Mutter. Elektrotechnik zum Anfassen. Eigentlich finde ich es ganz schön, demnächst die Elektroniker nur noch auszubilden, statt selber arbeiten zu müssen. Das stimmt natürlich nur zum Teil, denn das handwerkliche Arbeiten macht mir schon Spaß. Aber zeitlich passt das jetzt gar nicht. Sonntag von 11 bis 19 Uhr Seminar, nächste Woche dann täglich bis 21:30, meist durchgehend von 8 Uhr an, dann am Wochenende den Umzug meiner Mutter mit vorbereiten. Das wird hart. Ich bitte um eine Tüte Mitleid. Heute gehe ich dann auch mal eher zu Bett. Ich bin so müde, dass ich fast im Seminar eingeschlafen bin. Laut einem unserer Dozenten ist das ja der schönste Schlaf, aber das Seminar hatte mich sogar interessiert.
Heute Mittag hatte ich die Gelegenheit, das erste Mal in meinem Leben echte illegale Drogen in der Hand zu halten. Den Geruch der einzelnen Stoffe habe ich mir hoffentlich gut einprägen können. Das Kokain so stark nach Katzenklo riecht hat mich überrascht, eigentlich komisch, dass man das durch die Nase ziehen mag. Das war schon interessant, die Polizei mit ihrem Drogenkoffer als Vortragende im Seminar zu haben. Mal sehen, ob ich das in meinen Unterricht auch jährlich integrieren kann.
See you
msa - 7. Dez, 21:45
Gestern wurde ich wieder einmal daraufhin gewiesen, dass es wichtig ist sich Ziele zu setzen eigentlich weiß ich dafür schon seit Jahren, aber gerade im Bereich der Bildung und meinem zukünftigen Beruf als Lehrer, wird für das immer wichtiger. Denn wenn ich nicht weiß, zu was ich meine Schüler erziehen will, dann werde ich dieses Ziel auch nicht erreichen können. Da fällt mir meine Parabel mit der Stadt wieder ein. Wenn ich irgendwo hin, will muss ich wissen, wo befinde ich mich jetzt, und wo liegt eigentlich mein Ziel. Erst dann kann ich den Weg suchen (und finden).
Gerade bei der Erziehung ist eine Zieländerung im Laufe der Erziehung aber nur sehr schwer machbar, zumal der Lehrer dann auch nicht ernst genommen werden könnte. Bleibt für mich derzeit die Frage, ob meine Erziehungsziele für meine Tochter und die Erziehungsziele für die Schüler sich decken. Könnten es andere Ziele sein? Dann wäre ich doch zweigeteilt, oder? Sind es die gleichen Ziele? Dann würde ich alle über einen Kamm scheren.
Ein Ziel für mich ist es doch, dass ich jede Person, jeden Menschen, jeden Schüler, als Individuum betrachte. Jeder hat seine eigenen Zielvorstellungen und Wünsche. Jeder hat seine eigenen Qualifikation und Kompetenzen, auf denen ich als Lehrer aufbauen möchte.
Damit wäre aber das Thema Zielsetzung für die Erziehung gar nicht berührt (denke ich). Möglicherweise irre ich mich da, aber wie formuliere ich nun die Ziele die mir im Kopf vorschweben? Mit Schlagworten könnte ich sagen, mein Ziel ist es selbstständig denkende und individuelle handelnde Menschen zu erziehen. Diese Menschen sollen zusätzlich alle anderen Menschen achten und schwächeren Menschen helfen. Allerdings sehe ich es auch als wichtig an, sich selber zu achten und wichtig zu nehmen. Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit und soziales Handeln sind die Kernbotschaften meiner Erziehung. Ist diese Beschreibung genau genug? Wenn ja muss ich mir Gedanken über die Didaktik machen.
Bevor ich diese Gedanken für mich weiter formuliere, werde ich mich mit einem anderen Denkansatz von gestern beschäftigen. Der da lautet: wie gehe ich mit Fremdwörtern um? Lerne ich sie auswendig oder versuche ich ihren Sinn aus ihrer Entstehungsgeschichte zu begreifen (erfahren)?
See you
msa - 5. Dez, 09:29
Ich gebe zu, ich habe noch keine Ahnung, ob meine Deutungen richtig sind. Aber ich schreibe sie hier einfach mal nieder. Für die Veranstaltung am nächsten Montag muss ich die Texte noch zusammenfassen. Dies ist ein schneller, einfacher Versuch. Da ich am Wochenende nicht dazu komme, daran zu arbeiten, weil ich die Elektrik im Haus meiner Mutter auf einen moderneren Status bringen muss und am Sonntag noch eib WiPo Seminar ansteht, muss das halt heute erledigt werden.
Hier also mein Text Versuch zu Platons Gedanken über Worte:
Platon lebte im vierten Jahrhundert vor Christus und schrieb einige seiner philosophischen Texte als fiktive Gespräche seines Lehrers Sokrates auf. Auch dieser Text ist ein Gespräch mit Hermogenes und Kratylos, und gibt meiner Ansicht nach eine klassische dialektische Gesprächsführung wieder. Auf der Grundlage der Behauptung, dass jedes Ding einen von der Natur zugewiesenen richtigen Namen bekommen hat, wird diskutiert. Sokrates führt dieses Gespräch vorwiegend durch Fragen. Die scheinbar schlüssige Argumentation von Sokrates lässt sich von mir noch nicht durchblicken. Die Erklärungen erstrecken sich auf immer neue Denkstrukturen, die aufeinander aufbauen so kommt Sokrates von der Bedeutung eines Wortes auf die Bedeutung von Sätzen und Reden und vergleicht, ob gesamte Reden wahr seien, wenn der Redner ein guter Mensch ist. Der Rückschluss darauf lautet, dass jedes einzelne Wort einer Rede gut und wahr sein muss wenn der Redner ein guter Mensch sein soll. Für weitere Erklärungen nimmt Sokrates auch Bilder auf, in diesem Beispiel die Weberlade. Auch hier geht es darum vom einfachen, dem Faden, zum Komplexen, nämlich den verschiedenen Stücken an Stoff eine Erklärung herzuleiten. Gegenüber Hermogenes schließt Sokrates die Darlegung damit ab, dass die Gestaltung von Worten, die Benennung von Dingen also nicht von jedem bewerkstelligt werden kann. Es muss schon ein Meister im fortbilden sein, der die Art und Eigenschaft der Buchstaben und Silben richtig nutzen kann.
Die Diskussion mit Kratylos schließt Sokrates mit dem Vergleich ab, ob es besser ist ein Ding auf Grundlage eines Wortes zu erfahren und zu erforschen oder sich mit dem Ding selber zu beschäftigen. Beides scheint angebracht zu sein. Allerdings ist es nach Sokrates sinnvoller sich mit dem durch das Wort beschriebenen Dinge selbst zu befassen und zu erforschen. Worte beschreiben zwar gut, sind aber doch nur Beschreibungen, die ein Jeder unterschiedlich deuten könnte.
see you
msa - 4. Dez, 21:16
Ich bin ja mal gespannt, was mir dieses Seminar bringen wird. Vielleicht werde ich meiner lieben Kommilitonin dankbar sein, hier mal ganz neue Einblicke zu bekommen. Vielleicht erlebe ich aber auch, dass ich weiterhin mit Philosophie nichts anfangen kann. Immerhin lese ich die Texte von Platon, Locke, Heidegger, Aristoteles und Cassirer zum Thema Sprache und Wörter schon mal. Platon habe ich ernsthaft nicht verstanden, Heidegger erst begonnen und bei Locke sagte man mir, der sei so einfach zu lesen, dass schaffe sogar ich. Ich gestehe, ich fühle mich nicht so, als wenn ich ihn immer verstehe. Manchmal verwendet er ähnlich lange Sätze wie Andrea, bevor sie die Seminararbeiten überarbeitet. Das hätte Locke eigentlich auch mal machen können.
Allerdings finde ich den Text „von den Wörtern“ manchmal auch zu einleuchtend. Ich könnte sogar behaupten, dass ich einige Parallelen zu Schulz von Thun (Miteinander Reden) zu entdecken glaube. Hier geht es (meiner Meinung nach) um den Versuch, über Worte und somit Sätze, Gedanken auszutauschen. Es geht darum, zu erklären, warum der Empfänger einer Nachricht nicht immer das denkt, was der Sender der Nachricht ausspricht. Locke beschreibt das auf der Basis der Wörter, die in dem eigenen Denken des Individuums festen Gedanken und Bedeutungen zugeordnet sind. Von Thun beschreibt es eher als von den Umständen der Kommunikation abhängende unterschiedliche Interpretation des gesagten. Locke spricht von Wörtern, von Thun von Sätzen, bzw. Aussagen. Vielleicht ist das so einfach? Ich werde das sicher bis zum 17.12.06 besser wissen. Und wenn nicht, dann hatte ich immerhin ein angenehmes Seminar, weil die Teilnehmer angenehm sind. Zumindest die, die ich schon jetzt kenne, gefallen mir. Ich freue mich darauf.
So, jetzt noch den Rest von Locke lesen und dann ins Bett, die nächsten Wochen werden anstrengend.
See you
msa - 2. Dez, 23:31
Frau M. aus B. hatte heute ihren letzten Tag. Die Abschiedsparty der Studenten für Ihr Politik Professorin ist gelungen. Es erstaunte mich wirklich, wie viele Studenten diese Frau, die ein echtes Original ist, so gerne haben. Ich kann nur sagen, dass ich durch sie die Freude an der Politik, nicht unbedingt an der Politikwissenschaft, gewonnen habe. So wie sie uns gezwungen hat, uns mit den Themen zu beschäftigen und darüber auch nachzudenken, so stelle ich mir die Auswirkungen des „
Höhlengleichnisses“ vor. Es gibt sicher auch andere Methoden Interesse zu wecken. Aber eine, nicht zu restriktive, aber doch autoritäre Vorgehensweise hat auch Erfolge. Sicher ist aber auch, dass einige Studenten ihr Studium der Politikwissenschaften aufgrund dieser Frau abgebrochen haben. Denn eines ist auch klar, mit ihrer Art und der enormen Arbeitszeit Belastung für jedes ihrer Seminare, kam nicht Jede/Jeder klar. Ich freue mich, Frau M. kennen zu dürfen und verdanke ihr einiges. Schade, dass sie nicht noch ein Jahr da ist. Schade, dass ich nicht, wie Stephan, das Grundstudium mit ihrer Unterschrift abschließen konnte, wel mir der eine fehlende Schein erst im Januar ausgestellt wird. Aber das ist ja auch bloß Symbolik.
Danke an alle Mitwirkenden an dieser Abschiedsparty. Frau M. hat es sichtlich genossen. Und dieses ist auch ein gutes Zeichen für den möglichen, ungesteuerten Zusammenhalt von Studenten. Es muss halt nur jemand da sein, der/die sich bemüht, eine Organisation zu beginnen. Und dafür meinen besonderen Dank an Svenja, die sich hier besonders angestrengt hat.
See you
msa - 30. Nov, 17:37
Das ist ja interessant. Gezwungenermaßen habe ich heute mal zur Spieltheorie vier Seiten zusammengetragen. Vielen Dank bei der Gelegenheit an
Christian Rieck, der es mir möglich machte, das Thema auch zu begreifen. Auf seinen Internet Seiten wirbt er nicht nur für sein Buch, sondern erklärt auch so viel, das ich versucht bin, das Buch zu kaufen. Aber mal abwarten, was mich Ende der Woche noch so begeistert. Die "gefühlte" Lesewunschliste ist schon wieder so lang. Und ich lese doch so langsam. Nachdem ich am Wochenende Platon gelesen, aber nicht verstanden habe, werde ich gleich noch mal mit Heidegger anfangen. Alles nur, um auch mal was philosophisches gelesen zu haben!?! Nein, es ist auch Spaß dabei, ohne den Spaß-Anreiz mache ich eigentlich kaum noch was. Ich plädiere ja für die "Theorie des äußeren Anreizes" für den allgemeinen Lebensablauf. Ich weiß nicht, ob es diese Theorie schon gibt, aber vielleicht habe ich ja mal den Mut, wie John Nash mit seiner Spieltheorie, etwas neues zu beschreiben. Und wenn Nash es mit einer so einfachen mathematischen Methode geschafft hat, den "Meister" Adam Smith in Teilen in Frage zu stellen, dann habe ich Hoffnung. Ist doch eine Doktorarbeit wert. Oder zumindest ein Bericht in "Bild der Frau" ?
see you
msa - 27. Nov, 01:41
Haben Studenten eigentlich Stress? Kann ja eigentlich nicht sein, denn wer lange schlafen kann und freiwillig mal eine Vorlesung besucht, der kann sich seine Zeit ja auch stressfrei einteilen. Aber es gibt viele, die ihre Aufgaben sehr ernst nehmen und sich selber, manchmal zu sehr, unter Druck setzen. Ich meine nicht mich. Andere haben den üblichen Budget-Stress, wobei ich auch hier viele kenne, die mehr arbeiten, als zum Lebensunterhalt, inkl. Spass, nötig wäre. Ich verstehe das zum Teil, aber wenn die, wie ich schon einige Jahre gearbeitet hätten, dann würden sie sich die zusätzliche Arbeit noch einmal überlegen. Denn die Arbeit und der dann andere Stress, kommt schon noch früh genug. Und dann gibt es noch mich. Ich behaupte mal eigensinnig, dass ich eine ganze Menge für meine Bildung tue (seit 13 Monaten). Das funktioniert sehr gut, weil ich eine hilfreiche Fmilie, ein ausreichendes Einkommen, einen guten Freundeskreis an der Uni und viel Motivation an Thema und zukünftigem Job mitbringe. Aber auch ich lasse mich stressen, wenn die Rouine der geplanten Abläufe zerstört wird. Dies kommt jetzt mal wieder vor. Einige zusätzliche, mir sehr sehr wichtigen Hilfen, ein kaputtes Auto und eine mögliche vorgezogene Prüfung führen zu zuwenig Schlaf. Die Gesundheit leidet und ich werde jetzt mal einen Gang zurück schalten. Nicht alles was interessant ist, muss ich auch mit vollem Elan verfolgen. Konzentration auf das mir wichtigste.
Allerdings hat der Stress ja auch gute seiten. Müdigkeit ist fast vorbei und wird auf die Wochenenden verlegt. Außerdem habe ich in den letzten beiden Wochen sech Kilo abgenommen, trotz Bier, Wein, Döner, Mensa Essen und mehr. Wer mich kennt, weiß, dass das nicht nachteilig ist und mein Herz-Kreislaufsystem entlasten kann.
see you.
msa - 24. Nov, 20:35
heute durfte ich die Seminararbeit einer lieben Kommilitonin lesen. Eigentlich liegt die schon seit Tagen auf meiner Festplatte, aber ich habe mir erst jetzt die Zeit genommen. Wenn ich schon was über Klassiker lese, dann muss ich das gut aufbereitet bekommen. Und was hier über Nietzsche und die Frauen drin stand, das war schon sehr interessant. Gut geschrieben zusätzlich. Ansonsten habe ich letztens mal die "Philosophische Rolltreppe" geschenkt bekommen. 2600 Jahre Philosophen in einem Buch. Je auf vier Seiten. Das tut gut. Endlich bin ich auch Akademiker Partytalk tauglich. Aber mal ehrlich. Ich finde es schon gut, etwas mehr über die Menschen zu erfahren, die dauernd zitiert werden. Und wenn ich z.B. als Stoiker bezeichnet werde, weiß ich jetzt wenigstens, dass ich mich beleidigt fühlen sollte. Zumindest, wenn der Sprecher weiß, worüber er spricht.
see you
msa - 22. Nov, 01:58