Altenheime
Ich finde Alten- und Pflegeheime als Besucher noch schlimmer als Krankenhäuser. Wenn ich jemanden im Krankenhaus besuche, dann kann ich hoffen, der Mensch wird wieder gesund oder kommt zumindest um einige Leiden erleichtert wieder nach Hause. Das Leben in der gewohnten Umgebung ist der betreuten Aufbewahrung sicher vorzuziehen.
Gestern habe ich meine Oma in ihrem neuen Wohnsitz besucht, in dem sie seit einigen Tagen „wohnt“. Das Haus ist schön, modern und angenehm eingerichtet, liegt im Wald, direkt an einem See und scheint ausreichend Personal zu haben. Die Rahmenbedingungen sind also durchaus positiv und wir Angehörigen könnten uns damit zufriedengeben, denn was will man mehr, wenn man alt ist? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Wenn der Mensch sich wünscht, nach Hause zu kommen, dann ist das doch verständlich. Nur ist das zu Hause manchmal nur im Geiste existent, meine Oma lebt teilweise in ihrer eigenen Vergangenheit und möchte zu ihrer Mutter und ihren eigenen Babys nach Hause. Wie sollte ich solch einen Wunsch erfüllen? Wie gehen wir damit um, die psychischen Veränderungen eines geliebten Menschen zu erleben und nicht helfen zu können sind grausam. Ich habe zwei Ängste. Zum einen die Perspektive darauf, was wird einmal mit mir passieren? Wie gehe ich, wie gehen meine Angehörigen mit mir um, wenn ich soweit bin. Manchmal denke ich dann, es wäre besser schon vorher abzutreten. Empfindet man noch Lebensfreude in so einem Heim, wenn man zwischen unbekannten Menschen den Tag herumsitzt und nur noch auf Essen und Schlafen wartet? Vielleicht irre ich mich und die Lebensfreude existiert, weil man in seinen Erinnerungen lebt und Teile seiner eigenen Erfahrungen noch einmal machen (denken) kann. Wir leben ja schließlich darum, um die Welt zu erfahren, dann ist das nachdenken, das darin aufgehen am Ende des Lebens vielleicht der krönende Abschluss? Als beobachtender Angehöriger denke ich da allerdings pessimistischer.
Die zweite Angst ist, dass ich mich nicht mehr traue, meine Oma zu besuchen. Sie erkennt mich nur manchmal, sie redet über Zusammenhänge, die ich nur zum Teil aus ihren früheren Geschichten kenne. Ich bin immer wieder versucht, sie darüber aufzuklären, dass sie sich in einer anderen Welt befindet, als ich. Was soll das? Es ist hart, wenn man keine Themen mehr findet, über die man reden kann. Ich möchte sie nicht vergessen, aber genau dran arbeitet so ein Heim. Wir Angehörigen sollen uns wohl dabei fühlen, dass wir unsere Alten gut aufbewahren lassen. Das Haus ist schön, die Umgebung interessant, die Betreuer nett….
Ich hasse das, weiß aber auch nicht viele was besser ist.
Eine Idee kam mir aber wieder, als ich gestern in diesem Heim war. Da war ein Kindergarten integriert. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass dieser (leider) nur als Kindergarten für die Kinder der Mitarbeiter fungiere. Aber meine Alte Idee zum Thema betreutes Wohnen, Pflegen, Kindertagesstätte und mehr unter einem gemeinsamen Dach werde ich jetzt häufiger nachdenken. Warum sollte ich alle Gedanken auf Arbeitslose verwenden, es gibt eine Situation, in die viel Mehr Menschen kommen als in die Arbeitslosigkeit. Die Hilfsbedürftigkeit. Hier kann ich auch Lebensfreude spenden. – kann ich?
See you
Gestern habe ich meine Oma in ihrem neuen Wohnsitz besucht, in dem sie seit einigen Tagen „wohnt“. Das Haus ist schön, modern und angenehm eingerichtet, liegt im Wald, direkt an einem See und scheint ausreichend Personal zu haben. Die Rahmenbedingungen sind also durchaus positiv und wir Angehörigen könnten uns damit zufriedengeben, denn was will man mehr, wenn man alt ist? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Wenn der Mensch sich wünscht, nach Hause zu kommen, dann ist das doch verständlich. Nur ist das zu Hause manchmal nur im Geiste existent, meine Oma lebt teilweise in ihrer eigenen Vergangenheit und möchte zu ihrer Mutter und ihren eigenen Babys nach Hause. Wie sollte ich solch einen Wunsch erfüllen? Wie gehen wir damit um, die psychischen Veränderungen eines geliebten Menschen zu erleben und nicht helfen zu können sind grausam. Ich habe zwei Ängste. Zum einen die Perspektive darauf, was wird einmal mit mir passieren? Wie gehe ich, wie gehen meine Angehörigen mit mir um, wenn ich soweit bin. Manchmal denke ich dann, es wäre besser schon vorher abzutreten. Empfindet man noch Lebensfreude in so einem Heim, wenn man zwischen unbekannten Menschen den Tag herumsitzt und nur noch auf Essen und Schlafen wartet? Vielleicht irre ich mich und die Lebensfreude existiert, weil man in seinen Erinnerungen lebt und Teile seiner eigenen Erfahrungen noch einmal machen (denken) kann. Wir leben ja schließlich darum, um die Welt zu erfahren, dann ist das nachdenken, das darin aufgehen am Ende des Lebens vielleicht der krönende Abschluss? Als beobachtender Angehöriger denke ich da allerdings pessimistischer.
Die zweite Angst ist, dass ich mich nicht mehr traue, meine Oma zu besuchen. Sie erkennt mich nur manchmal, sie redet über Zusammenhänge, die ich nur zum Teil aus ihren früheren Geschichten kenne. Ich bin immer wieder versucht, sie darüber aufzuklären, dass sie sich in einer anderen Welt befindet, als ich. Was soll das? Es ist hart, wenn man keine Themen mehr findet, über die man reden kann. Ich möchte sie nicht vergessen, aber genau dran arbeitet so ein Heim. Wir Angehörigen sollen uns wohl dabei fühlen, dass wir unsere Alten gut aufbewahren lassen. Das Haus ist schön, die Umgebung interessant, die Betreuer nett….
Ich hasse das, weiß aber auch nicht viele was besser ist.
Eine Idee kam mir aber wieder, als ich gestern in diesem Heim war. Da war ein Kindergarten integriert. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass dieser (leider) nur als Kindergarten für die Kinder der Mitarbeiter fungiere. Aber meine Alte Idee zum Thema betreutes Wohnen, Pflegen, Kindertagesstätte und mehr unter einem gemeinsamen Dach werde ich jetzt häufiger nachdenken. Warum sollte ich alle Gedanken auf Arbeitslose verwenden, es gibt eine Situation, in die viel Mehr Menschen kommen als in die Arbeitslosigkeit. Die Hilfsbedürftigkeit. Hier kann ich auch Lebensfreude spenden. – kann ich?
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msa - 19. Feb, 12:12