Dienstag, 13. Februar 2007

Ablenkung

Manchmal tut das ja gut, aber bei der Erarbeitung von neuen Kompetenzen ist das lästig. Meiner Oma geht’s immer schlechter, die Frau war im Krankenhaus, eine Freundin geht jetzt rein und so weiter. Da lässt sich mein Hirn nicht auf das Erlernen der VBA (Visual Basic für Anwendungen) ein. Dabei will ich doch nur eine ganz einfache Datenerfassung und Auswertung in Excel programmieren. Mein Schlechtes Gewissen treibt mich also an den Rechner und vor das dicke Buch. Ich lerne einiges, bekomme aber die Zusammenhänge noch nicht auf die Reihe. Viel lieber würde ich in die Werkstatt gehen und basteln, aber dann denke ich wieder an die „Pflicht“, das Studium zu schaffen.
Das neue Tageskind ist auch noch so eine Ablenkung. Ist doch schon komisch, wenn mich ein Dreijähriger am zweiten Tag „Papa“ ruft. Und das auch noch mehrmals am Tag, wie schnell kommt man da in Verruf? Aber er ist wirklich nett und hat einen angenehmen Charakter (bis jetzt).
Was ich noch so erzählen will: Heute habe ich zwei Mütter gesprochen. Es ging um Kinderbetreuung und die Meinungen waren so weit auseinander, dass ich mich irgendwo dazwischen wiedergefunden habe. Die Erste schimpfte darauf, dass es hier im Westen so schlimm sei, weil die Kindergärten nicht von sechs bis sechs geöffnet haben, wie in den neuen Bundesländern. Das kann eine alleinerziehende Frau nur schwer mit ihrer Arbeit vereinbaren. Ich gebe da gerne Recht, nur ist es schade, dass eine alleinerziehendes Elternteil den ganzen Tag arbeiten muss, um überleben zu können. Ich denke, hier könnte unser Sozialsystem auch besser funktionieren. Die andere Mutter habe ich wegen dem neuen Schulgesetz in SH angesprochen. Ob sie wüsste, wann „unsere“ Grundschule denn auf eine Ganztagsschule umgestellt werden soll. Das war ein heißes, sehr emotionales Thema. Sie kann es nicht verstehen, dass Mütter oder Väter ihre Kinder immer nur abgeben wollen. Dann brauche man ja überhaupt keine Kinder bekommen. Die Eltern sollten ihrer Pflicht zur Erziehung und Förderung der Kinder selber nachkommen, dann gäbe es auch nicht so viele Probleme. Alle meine „pädagogischen“ Argumente ware´n nutzlos. Weder die Tatsache, dass Kinder besser von anderen Kindern lernen als von Eltern, noch die hohe Zahle der heute erzeugten Schulabgänger ohne Schulabschluss oder die vielen Familien mit geringstem Einkommen und den „Schlüsselkindern“, weil beider Elternteile arbeiten müssen, fanden Gehör.
Ich schließe daraus, dass Empathie nur bedingt möglich ist. Lebt jemand in einer „Normalfamilie“ und kennt historisch die gute „elterliche Pflege“, kann er/sie sich nur schwer in die Lage anderer Familien einfühlen. Das ist dann etwas, was es nicht geben dürfte. Sind deswegen aber die betroffenen Kinder zu bestrafen? Aber auch Eltern, die aus der DDR kommen, können sich die Lebensweise der „westlichen“ Eltern nur schwer vorstellen. Denn wenn es für die eigenen Eltern normal war, dass beide arbeiteten und die Kinder in Betreuungseinrichtungen miterzogen wurden, warum darf man dann heute nicht auch so leben?
Kommt also wieder einmal die Erkenntnis, dass es keinen Idealzustand gibt. Wir können immer nur nach bestem Wissen und Gewissen versuchen ein Ideal anzustreben. Sind die Schweden nun weiter und besser? Sind wir auf dem richtigen Weg? Ich denke, wenn wir uns nur an Vergleichstests wie PISA und an eingeschränkten Budgets für Bildung und Familienunterstützung orientieren, verzichten wir darauf unsere Kinder glücklicher zu machen. Glücklich heißt dann vielleicht auch motiviert, sich für und in dieser Gesellschaft einzusetzen.
So, genug abgelenkt, nun weiter mit VBA….
See you

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